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Katzen und Hitze – Tipps für Abkühlung an heißen Tagen

Katzen und Hitze: Das kannst Du im Sommer für Deine Samtpfote tun

Ob Stubentiger oder Freigänger – auch unsere Miezen brauchen Schutz vor Hitze. Katzen können nicht wie wir Menschen am ganzen Körper schwitzen. Ihre wenigen Schweißdrüsen reichen für eine effektive Hitzeregulierung einfach nicht aus. 🥵

Katzen vor Hitze schützen!

Obwohl Katzen ursprünglich Wüstentiere sind und die meisten Miezen Wärme sehr gerne mögen, können auch Katzen einen Hitzeschlag erleiden.
Da Katzen Schweißdrüsen zum Abkühlen tatsächlich nur an den Pfötchen haben und zusätzliche Wärme lediglich über die Ohren abgeben können, fällt ihnen die eigene Temperaturregelung bei Hitze extrem schwer.

Katzen hecheln nur selten und im Gegensatz zu Hunden können sie sich damit nicht abkühlen! Wenn Du Deine Katze hecheln siehst, ist Deine Katze entweder gestresst, überanstrengt oder ihr ist sehr warm.

☝️Schau bei Hecheln unbedingt genauer hin. Es könnten auch Krankheiten dahinter stecken (z.B. Herzprobleme)

👅 Man kann die Miezen im Sommer oft dabei beobachten, wie sie sich besonders häufig putzen. Durch das Putzen wird das Fell feucht und kühl gehalten. Trotzdem reicht diese Maßnahme nicht aus und wir Menschen (Katzenhalter) sind gefragt.

Vor allem Wohnungskatzen in Wohnungen oder Häusern mit angestauter Wärme sind besonders von den belastenden Temperaturen betroffen und brauchen unsere Hilfe.

Nachfolgend gebe ich Dir 10 Tipps, damit Deine Katzen gut durch den Sommer kommen:

1️⃣ Bitte stelle mehrere Wasserschalen auf und steigere die Flüssigkeitsaufnahme. Katzen müssen jetzt, wie wir Menschen, viel trinken! NUR frisches Wasser anbieten – keine Katzenmilch! Katzenmilch ist kein Ersatz für Wasser.

Optimal ist zusätzlich ein Katzenbrunnen, damit Deine Katzen zum trinken animiert werden. Diesen empfehle ich dauerhaft für jeden Katzenhaushalt.

Dem Nassfutter kannst du zusätzlich 1-2 EL Wasser untermischen.
Tipp: Getrocknete Garnelen* oder eine andere Sorte in eine kleine Schale mit etwas Wasser geben.
Durch die Garnelen bekommt das Wasser den Geschmack und Geruch des Snacks. Die Katze schlabbert das „Garnelen-Wasser“ mit Begeisterung auf, um an die Leckerei zu kommen, und nimmt so ganz nebenbei eine Extraportion Flüssigkeit auf.

Katzen sollten keine eiskalten Speisen oder Getränke bekommen!
Im Sommer liest man überall von Rezepten für Katzen-Eis aus z.B. gefrorenem Nassfutteroder Thunfisch-Eiswürfeln. Doch hier müssen wir ganz genau differenzieren:

Feste, gefrorene Stücke sind tabu!
Gefährlich wird es, wenn eine Katze große, gefrorene Brocken abbeißt oder gefrorene Stücke direkt herunterschluckt. Das ist purer Stress für den Magen! Die Folge sind oft Bauchweh, Durchfall oder Erbrechen. Sogar Zahnschmerzen oder ein fieser Kältekopfschmerz („Brain Freeze“) sind möglich. Das kennen wir Menschen auch. Nur weiß die Katze im Gegensatz zu uns nicht, woher der plötzliche Schmerz kommt.

Langsames Abschlecken ist okay!
Anders sieht es aus, wenn du spezielles Schleckspielzeug (wie z.B. Schleckmatten) nutzt. Durch das langsame Ablecken wird das gefrorene (selbstgemachtes Katzeneis oder gefrorener Liquid Snack*) im Mund bereits durch den Speichel angewärmt, bevor es im Magen landet. Wegen der kleinen Öffnungen oder Strukturen kann deine Katze zudem keine eisigen Brocken abbeißen. Bis diese winzigen, aufgetauten Mengen den Magen erreichen, haben sie durch den Speichel fast schon die Körpertemperatur der Katze erreicht.

Eiskaltes sollte für Katzen immer eine Ausnahme sein und nur sehr sparsam und sporadisch angeboten werden.
Kaltes Schlecki kühlt übrigens die Katze nur bedingt. Es ist eher für Beschäftigung und zusätzliche Wasseraufnahme gedacht.

Wichtig: Jede Katze ist individuell! Hat dein Liebling einen sehr empfindlichen Magen, solltest du auch auf gefrorene Schleckmatten komplett verzichten. Am besten vertragen Katzen ihr Futter immer noch bei normaler Zimmertemperatur!

Warum du Katzenfutter auch nicht direkt aus dem Kühlschrank geben solltest, erfährst du HIER

 

2️⃣ Sorge für kühle Plätze! Es sollte in Deiner Wohnung einen kühlen Rückzugsort geben. Hierfür eignet sich das Bad (aufgrund der Fliesen), ein schattiger Platz, ein Kellerraum oder ein Raum, der generell nicht so stark von der Wärme betroffen ist. Die Katze aber nicht darin einsperren. Sie sollte freien Zugang haben und jederzeit entscheiden dürfen, wo sie sich aufhalten möchte.
Viele Katzen mögen gerne Badezimmer, da Waschbecken oder Dusche jetzt sehr beliebt sind. (Putzmittel sicher verstauen!)

Tipps: Biete Deinen Katzen zusätzlich eine gekaufte „Kühlmatte für Haustiere*“ (achte dabei unbedingt auf eine ungiftige Gel-Füllung!) an. Wichtig ist dabei, dass deine Katze jederzeit aufstehen und an einen anderen Platz wechseln kann, wenn sie nicht mehr auf der Kühlmatte liegen möchte.

Alternativ kannst du ganz einfach selbst kreativ werden:
1: Lege einen Kühlakku (gut eingepackt zwischen zwei Handtüchern) oben auf das Dach eines stabilen Kartons, dessen Dach mit Luftschlitzen versehen wurde. Die Kälte kann dann nicht nach oben steigen sondern sondert Kälte in den Karton ab.

2: Wickle eine gefrorene Plastikflasche oder einen Kühlakku fest in ein Handtuch.

3: Fülle eine Wärmflasche zur Hälfte mit Wasser und friere sie ein. Wichtig: Verwende diese Wärmflasche danach nie wieder für heißes Wasser! Durch das Einfrieren kann das Material spröde werden. Wird sie dann irgendwann mit heißen Wasser befüllt, kann heißes Wasser austreten oder die ganze Wärmeflasche platzen

Platziere diese Kühlplätze am besten auf Fliesenböden, da diese die Kälte gut annehmen. Diese Methoden wirken nicht wie ein Kühlschrank, sondern spenden eine sanfte, minimale Kühle.

Manche Katzen nehmen Kühlmatten und Kühlboxen dankbar an (aber nicht alle ;).
Lass deine Katze bitte niemals direkt auf eiskalten Kühlakkus liegen! Wenn deine Samtpfote die Kälte mag, wickle die Akkus vorher unbedingt in ein Handtuch.

3️⃣ Langhaar-Katzen: Bürsten! Bürsten! Bürsten! Aber auch Kurzhaar-Katzen sind dankbar, wenn sie überschüssiges Fell los werden. Manche Katzen brauchen einen sommerlichen Kurz-Haarschnitt.

4️⃣ Befeuchte das Fell deiner Katze- aber nur, sofern sie es zulässt. Nimm dafür ein feuchtes (nicht nasses!) kleines Handtuch, eine Socke oder einen Waschlappen und streiche damit sanft über ihr Fell. Das Wasser darf nicht eiskalt sein!
Tipp: Auch das vorsichtige Befeuchten der Pfotenballen bringt schnelle Abkühlung.

Manche Katzen genießen es sogar, wenn man ihnen das feuchte Tuch für einen kurzen (!!) Moment auf den Rücken legt. Das ist jedoch von Tier zu Tier unterschiedlich und keine pauschale Empfehlung. Ich bin eher dagegen!
⚠️ WICHTIG (Hitzestau-Gefahr): Wickle deine Katze niemals in ein feuchtes Handtuch ein und lass es nicht länger als ein paar Sekunden auf ihr liegen! Sobald sich die Körperwärme unter dem Tuch staut, bewirkt es genau das Gegenteil und wird gefährlich.

5️⃣ Biete ein kleines Planschbecken (z.B. auf dem Balkon) oder eine Kiste Wasser an. Viele Katzen spielen gerne mit dem Wasser und plantschen regelrecht damit. Für eine optimale Beschäftigung kannst Du Gegenstände wie Bälle oder Leckerchen ins Wasser legen.

6️⃣ Tagsüber solltest du alle Rollos und Jalousien herunterziehen -zumindest auf der Sonnenseite-, damit die Wärme gar nicht erst in die Wohnung dringt. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung in den Räumen unbedingt.

Tipp für die Rollos: Schließe sie nicht komplett, sondern lass die Lüftungsschlitze ein Stück weit offen. Das sorgt für eine nötige Luftzirkulation und deine Katze muss nicht in einer stockdunklen Wohnung sitzen, sondern kann trotzdem nach draußen gucken.
Sonnenplätze sollten bei Temperaturen über 30 Grad nicht angeboten werden.Katzen können leider nicht selbst einschätzen, dass es zu warm werden kann. Daher dürfen und sollten Katzen nicht selbst entscheiden, ob sie in der Sonnen liegen möchten.

Richtig lüften: Nutze die kühlen Morgen- und Abendstunden, um die Wohnung einmal kräftig durchzulüften.

Abkühlung durch Verdunstung
Wenn es in der Wohnung unerträglich heiß bleibt, können feuchte Bettlaken oder Handtücher helfen, die du im Raum aufhängst. Die Verdunstung entzieht der Umgebung Wärme. Manche Katzen legen sich auch gerne auf feuchte Handtücher, die man extra für sie auf den Boden legt.
Du kannst auch kreativ werden und z.b. ein „Zelt“ bauen (feuchte Handtücher über einem Wäscheständer hängen), und die Katze kann entscheiden, ob sie darunter liegen möchte.
⚠️ Wichtig: Die Luft muss dabei zirkulieren können (z. B. durch einen Ventilator, der die Katze nicht direkt anpustet). Ohne Luftbewegung steigt durch die Tücher nur die Luftfeuchtigkeit, was die Hitze am Ende noch drückender macht.

7️⃣ Bei hohen Temperaturen fressen Katzen oft weniger. Ihr Körper schaltet, genau wie unserer, in einen „Energiesparmodus“, bei dem der Appetit sinkt. Das liegt daran, dass die Verdauung den Körper zusätzlich aufheizen würde.

Nassfutter statt Trockenfutter: Trockenfutter entzieht dem Körper Feuchtigkeit und sollte an heißen Tagen so wenig wie möglich gefüttert werden. Nassfutter ist jetzt die deutlich bessere Wahl, um den Flüssigkeitshaushalt zu sichern.

Futter frisch halten: Lass Nassfutter bei Hitze niemals den ganzen Tag offen stehen, da es schnell verdirbt und Fliegen anzieht. Biete lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt an oder nutze einen Futterautomaten* (mit Kühlakku).

8️⃣ Freigänger: Bei sehr heißen Temperaturen sollten Deine Miezen nicht während der Mittagshitze raus dürfen (Freigang Balkon). Katzen wissen leider nicht, dass Temperaturen ab 30 Grad oder direkte, sengende Mittagssonne auch für sie zu viel ist.
Weil das Schwitzen über die Pfoten als Abkühlung kaum ausreicht, droht bei extremer Hitze schnell ein lebensgefährlicher Hitzschlag. Hier müssen wir die Verantwortung übernehmen und unsere Samtpfoten lieber im kühlen Haus behalten. Wenn Deine Katze enorm leidet, wenn sie Hausarrest hat: Sorge draußen für ausreichende Wasserstellen und schattige Plätze – und hab sie im Blick.

WICHTIG: Es muss möglich sein, dass Deine Katzen jederzeit zurück ins Haus kommen können.

9️⃣ ACHTUNG Ventilatoren! Bitte richte einen Ventilator unter keinen Umständen direkt auf deine Katze oder ihren Liegeplatz. Die ständige Zugluft kann schnell zu schmerzhaften Bindehautentzündungen und Erkältungen führen. Läuft der Ventilator im Raum (am besten oszillierend, also hin und her schwenkend), ohne das Tier direkt anzupusten, ist er aber eine gute Unterstützung.

🔟 Trägheit ist jetzt normal. Spielzeiten sollten daher angepasst werden (Kein Erzwingen, sondern die Katze lieber in Ruhe lassen!)
Hecheln oder extrem schnelles Atmen ist ein Warnsignal!
Bitte beobachte Deine Katzen und achte auf Symtpome der Überhitzung.
Starkes Hecheln, Lethargie, Erbrechen und Atemnot sind Zeichen für einen Hitzeschlag.
Bitte sofort zum Tierarzt fahren oder die Tierrettung anrufen!

 

Wann müssen Katzen zum Tierarzt?

Wenn du folgende Dinge bei der Katze beobachtest, solltest du handeln:

  • Hecheln
  • Erbrechen
  • Apathie
  • Koordinationsschwierigkeiten

 

Zum Abschluss noch die Antwort auf eine oft gestellte Frage:
Katzen sind doch ursprünglich Wüstentiere, wieso funktioniert die eigene Abkühlung dann so schlecht?
➡️Als ehemalige Wüstentiere sind Katzen zwar wahre Meister darin, Wasser zu sparen und Hitze durch Trägheit auszusitzen. Sie kühlen sich nicht wie wir durch massives Schwitzen ab, sondern vermeiden das Überhitzen von vornherein.
Genau diese Wüsten-Strategie wird unseren Hauskatzen heute jedoch oft zum Verhängnis. In der Natur würden sie sich einfach in eine kühle Erdhöhle verziehen. In einer aufgeheizten Wohnung oder gar einem geparkten Auto sind sie dagegen gefangen. Da sie sich dort nicht selbst helfen können, liegt es an uns, für ein schattiges, kühles Plätzchen zu sorgen & ihnen aktiv beim Abkühlen zu helfen.

 

Du hast noch Fragen? Gerne stehe ich Dir zu Verfügung.

 

Komm gut durch den Sommer 🌞

 

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Alles Liebe,

Sakura

 

 

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