Reagierst du allergisch auf Katzen?
Wenn du allergisch auf Katzen reagierst, kannst du Symptome wie Schnupfen, juckende oder tränende Augen, Husten und Hautreaktionen bemerken. Diese Anzeichen können sich bemerkbar machen, sobald du mit einer Miezi kuschelst oder auch nur in ihrer Nähe bist. Für viele Katzenfans ist das enorm belastend. Ärzte empfehlen Katzenallergikern in erster Linie die Vermeidung vom Zusammenleben mit Katzen. Doch es gibt Hoffnung für alle, die das nicht möchten…
Wusstest Du, dass es eigentlich gar keine Katzenhaarallergie gibt?
Viele Menschen glauben, dass Katzenallergien durch die Haare ausgelöst werden – doch das stimmt nicht!
Tatsächlich steckt dahinter das Protein Fel d 1, das sich im Speichel, in den Hautschuppen und sogar im Urin der Katze befindet.
😲 Du bist also nicht gegen Katzenhaare allergisch, sondern gegen bestimmte Proteine von Katzen (Genau genommen gegen die Proteine die im Speichel der Katze vorhanden ist).
Warum reagierst du dann auf die Haare der Katze oder auf die Umgebung, in der die Katze lebt?
Katzen sind sehr saubere Tiere und verbringen täglich viel Zeit mit Fellpflege.
Katzen lecken sich das Fell…und zwar mehrmals am Tag. Dabei verteilen sie den Speichel mit der Zunge auf ihrem Fell. Wenn Haare ausfallen, haften daran auch Speichelreste mit dem Protein – und genau das bringt die Allergene in die Umgebung.
Die Haare mit dem Speichel verlieren Katzen natürlich auch überall. Daher ist eine Katzen-Wohnräumlichkeit für dich vermutlich belastend. Aber die Haare an sich sind nicht schuld.
Darum ist es ein Irrtum zu glauben, eine Nacktkatze wäre automatisch allergikerfreundlich. Auch sie produziert Fel d 1, nur eben ohne Fell. Das Protein ist trotzdem im Speichel, in den Hautschuppen und im Urin vorhanden. (Und Nacktkatzen sind übrigens Qualzuchten!)
Wusstest du, dass du nie gegen alle Katzen gleichzeitig allergisch sein kannst?
Du musst nicht generell auf alle Katzen allergisch reagieren. Es spielt auch keine Rolle ob es eine Kurzhaar-Rasse oder Langhaar-Rasse ist.
Es kann demnach sein, dass du auf Katze Max allergisch reagierst. Auf Katze Mustermann aber nicht.
Sogar selbst nicht wenn beide der selben Katzenrasse angehören.
Das bedeutet, dass du nicht automatisch gegen alle Katzen allergisch sein musst. Manchmal ist es nur eine Frage der individuellen Katze.
Es stimmt nicht, dass bestimmte Rassen zuverlässig für Allergiker geeignet sind.
Es gibt keine einfache Regel, dass bestimmte Katzenrassen immer mehr oder weniger Allergene produzieren. Das wichtigste Katzenallergen, Fel d 1, variiert je nach Katze und wird von vielen Faktoren beeinflusst. Auch innerhalb einer Rasse kann die Menge an Fel d 1 stark schwanken.
Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass bestimmte Katzenrassen konstant weniger Fel d 1-Protein produzieren. Vielmehr handelt es sich um allgemeine Beobachtungen.
Einige Rassen werden oft als weniger allergen beschrieben, aber das bedeutet nicht, dass sie allergenfrei oder sicher für alle Allergiker sind. Der allergische Reaktionsgrad hängt von vielen Faktoren ab, nicht nur von der Rasse.
❕️Das bedeutet, dass es leider keine Katzenrassen gibt, die grundsätzlich für Allergiker geeignet sind, auch wenn dies oft behauptet wird.
Ethische Bedenken beim „Rauszüchten“ von Fel d 1 aus Katzen
Es gibt laufende Forschungsprojekte, die versuchen, Katzen zu züchten, die weniger Fel d 1 produzieren oder es sogar vollständig eliminieren. Die Idee, Katzen so zu züchten, dass sie weniger oder gar keine Allergene wie Fel d 1 produzieren, mag auf den ersten Blick wie eine attraktive Zukunftslösung für Allergiker erscheinen. Doch aus ethischer Sicht gibt es ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Praktikabilität und der Auswirkungen einer solchen Züchtungspraxis.
1. Züchtung von Tieren nach menschlichen Bedürfnissen
Eines der größten ethischen Probleme bei der Züchtung von Katzen, die weniger Fel d 1 produzieren, ist, dass hier Tiere gezielt nach menschlichen Vorlieben und Bedürfnissen gezüchtet werden, ohne Rücksicht auf ihre natürlichen Instinkte und Verhaltensweisen. Tiere in der Zucht werden nicht in erster Linie nach ihrem Wohl oder ihrer Lebensqualität selektiert, sondern nach Eigenschaften, die dem menschlichen Bedarf dienen. In diesem Fall der Reduktion von Allergenen.
In der Vergangenheit gab es schon viele kritische Diskussionen über die Zucht von Tieren, die vor allem für bestimmte „ästhetische“ Merkmale gezüchtet werden, wie etwa bei reinrassigen Katzen oder Hunden, bei denen gesundheitliche Probleme aufgrund der engen genetischen Linie oft unvermeidlich sind.
Das gleiche könnte bei der Züchtung von allergenarmen Katzen der Fall sein: Wenn Tiere ausschließlich nach ihrer Fähigkeit, Fel d 1 zu produzieren, selektiert werden, besteht die Gefahr, dass andere wichtige genetische oder gesundheitliche Faktoren in den Hintergrund treten. Die Reduzierung von Fel d 1 könnte unvorhergesehene Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden der Tiere haben. Sei es in Form von Anfälligkeit für Krankheiten oder anderen gesundheitlichen Komplikationen.
2. Tierexperimentelle Forschung und Eingriffe in die Genetik
Versuche, Fel d 1 durch genetische Manipulation oder andere experimentelle Methoden aus den Katzen zu entfernen, stellen einen weiteren erheblichen ethischen Konflikt dar. Viele der Versuche, die derzeit durchgeführt werden, beinhalten Eingriffe in die DNA der Tiere. Diese Eingriffe sind mit unvorhersehbaren biologischen Folgen verbunden, die die Tiere in ihrer natürlichen Entwicklung stören können.
Es ist schwer zu rechtfertigen, warum Tiere zu Forschungszwecken genetisch verändert werden sollten, wenn es nicht notwendig ist, um ihr Überleben zu sichern oder das Wohl der Tiere selbst zu verbessern.
Mal ganz davon abgesehen, dass grausame Tierversuche in Laboren für dieses Vorhaben stattfinden – und zwar an Katzen! 😿
3. Die Zucht von Tieren als Geschäft
Ein weiterer kritischer Punkt ist, dass die Züchtung von „allergenarmen“ Katzen möglicherweise auch kommerzielle Interessen fördert, die nicht im besten Interesse der Tiere liegen. Die Nachfrage nach sogenannten „allergikerfreundlichen“ Katzen könnte die Zuchtindustrie anheizen, was zur Produktion von Tieren führt, die u.a. nicht in geeigneten oder artgerechten Bedingungen aufwachsen. Auch die Kommerzialisierung von Tieren, die für den menschlichen Markt gezüchtet werden, könnte dazu führen, dass Tierschutzstandards herabgesetzt werden, um den Profit zu maximieren.
🔗 Zucht sollte generell aus ethischen Gründen hinterfragt werden!
❤️ Die Lösung liegt nicht darin, Katzen an die Bedürfnisse des Menschen anzupassen, sondern vielmehr darin, einen respektvollen Umgang mit Katzen zu finden und alternative Wege zu suchen, die uns ein harmonisches Zusammenleben mit unseren Haustieren ermöglichen. Ohne Katzen unnötig in ihrer Natur zu verändern.
Zum Glück gibt es einige Maßnahmen, die den Alltag für Allergiker erleichtern können:
🐾 Katze regelmäßig bürsten: Weniger lose Haare bedeuten weniger Allergene in der Luft. Die Bürste regelmäßig reinigen!
🐾 Hygiene beachten: Häufiges Händewaschen hilft, Allergene nicht weiterzutragen.
🐾 Luftreiniger nutzen: Sie filtern allergieauslösende Partikel aus der Luft.
🐾 Katzenfreie Bereiche schaffen: Zum Beispiel das Schlafzimmer. Ja, das lässt sich katzengerecht trainieren!
🐾 Medikamente wie Antihistaminika und abschwellende Mittel können eine kurzfristige Lösung sein.
🐾 Hyposensibilisierung erwägen: In manchen Fällen kann diese Therapie helfen, Allergiesymptome deutlich zu reduzieren oder sogar ganz verschwinden zu lassen.
Hoffnung: Eine Studie
Im Juli 2021 wurden die Ergebnisse einer vielversprechenden Studie veröffentlicht: Die REGN1908‑1909‑Therapie von Regeneron testete, ob spezifische IgG-Antikörper gegen das Katzenallergen Fel d 1 eine Katzenallergie im Menschenkörper neutralisieren könnten. Das Ergebnis war beeindruckend: die Antikörper-Spritzen reduzierten allergische Reaktionen signifikant. Patienten, die den Antikörpercocktail erhielten, reagierten deutlich schwächer auf Katzenallergene als die Vergleichsgruppe, die nur ein Placebo bekam.
Die Phase-II-Studie zeigte, dass die Allergie für bis zu 12 Wochen nach einer einzigen Injektion der IgG-Antikörper nahezu vollständig „neutralisiert“ war. Während dieses Zeitraums reagierten die Patienten kaum noch auf Katzenallergene, was durch Hauttests und klinische Symptome eindeutig bestätigt wurde.
Nun sollen diese vielversprechenden Ergebnisse in einer groß angelegten, weltweiten Phase-III-Studie bestätigt werden. Ein genaues Datum für den Start oder die Veröffentlichung dieser Studie steht allerdings noch nicht fest.
Solltest Du Fragen oder Anmerkungen zu diesem Thema haben, schreib mich gerne an.
Alles Liebe,
Sakura
HINWEIS: Dieser Blogbeitrag dient rein zur Information und ersetzt keinen Tierarzt! Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammen getragen. Ich übernehme keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit.
[WERBUNG! Dieser Blog Beitrag spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder. Ich werbe aus Überzeugung für Produkte und Angebote anderer Unternehmen. Ich habe weder für die Produktnennungen noch für Produkttests Geld oder eine anderweitige Bezahlung erhalten.]
Hier schreibt Sakura von der Miezen-Sprechstunde für Dich!
Seit über 15 Jahren arbeite ich mit Miezekatzen zusammen und berate meine Kunden im Bereich Katzengerechte Wohnungshaltung, Ernährung und Katzenverhalten. Ich liebe Samtpfoten und freue mich, wenn sie ein tolles Zuhause haben.
Schön, dass Du hier bist 🙂


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