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Struvitsteine bei Katzen – Auf die Fütterung kommt es an

Was sind Struvitsteine?

Struvitsteine sind eine Form der Harnsteine, also eine Erkrankung der Harnwege. Es gibt für Erkrankungen der unteren Harnwege bei Katzen einen Fachbegriff: FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Disease)

Harnsteine vereinfacht erklärt:
Täglich fallen im Organismus Stoffwechselabbauprodukte an, die die Nieren normalerweise gut rausfiltern und über den Harn nach draußen befördern. Wenn der Organismus nun aber von zu vielen Stoffwechselabbauprodukten überflutet wird (was häufig bei der falschen Fütterung passiert) und auch noch der Harnabsatz zu selten erfolgt, können sich im Urin Harnkristalle bilden. Wenn sich immer mehr Kristalle anreichern, entsteht Harngries. Dieser ist bereits unangenehm für die Katze. 😿
Wenn auch noch der Harngries größer wird, spricht man von Harnsteinen.

Bei Katzen kommen meistens zwei Arten von Harnsteinen vor: Struvitsteine (bestehen aus Magnesium-Ammonium-Phosphat-Salzen) oder Oxalatsteine (bestehen aus Kalzium-Oxalat).
Beide Formen sind schmerzhaft und gehen häufig mit einer Blasenentzündung einher.
Leider fällt uns Menschen die Erkrankung der Harnwege erst auf, wenn die Katze auffällig oft zur Katzentoilette geht, wenig Urin ablässt, sich oft an den Genitialien putzt, Blut im Urin hat, Schmerzen beim Wasserlassen zeigt oder sogar unsauber wird (also das Katzenklo nicht mehr benutzt).

🙀 Je nach Größe der Steine können die Harnwege blockiert werden, was umgehend behandelt werden muss! Ein Blasenverschluss ist lebensbedrohlich!

In diesem Beitrag konzentriere ich mich auf die Struvit-Form, da diese häufiger bei Katzen vorkommt – dafür aber meistens einfacher zu behandeln ist als Oxalatsteine.

 

Wie entstehen Struvitsteine?

Struvitsteine entstehen durch einen dauerhaft zu hohen ph-Wert im Urin. Normalerweise haben gesunde Katzen einen ph-Wert von 6,5 bis 7,2.
Der ph-Wert steigt vor allem an, wenn Katzen nicht genug trinken oder Feuchtigkeit im Futter fehlt.

Häufige Ursachen für Struvitsteine:
– zu wenig Feuchtigkeit im Futter (Trockenfutter ist sehr oft ein Problem)
– schlechtes Trinkverhalten
– Übermineralisierung im Futter (häufig enthält Fertigfutter zu viele Mineralstoffe wie z.B. zu viel Magnesium)
– unpassendes Calcium-Phosphor-Verhältnis im Futter
– Harneinhalten aufgrund diverser Gründe (z.B. Stress, Angst…)
– Wenn viel Getreide und andere unpassende Bestandteile im Futter sind, kann das den Urin alkalisch (also ph-Wert zu hoch) werden lassen.
– Bewegungsmangel
– Vorangegangen Blasenentzündungen
– Rassebedingt (Manche Rassen neigen genetisch zu Harnsteinen)

Bei Katern ist aufgrund der anatomischen Lage (Die Harnröhre ist enger) eine Erkrankung meistens schlimmer.
Übergewichtige Katzen sind zudem häufiger von Struvitsteinen betroffen.

 

 

Wie behandelt man Struvitsteine?

Zunächst gilt: Wie die Harnkristalle behandelt werden, hängt von ihrer Art und ihrer Größe ab. Oxalatsteine können in der Regel nur noch operativ entfernt werden. Struvitsteine hingegen lassen sich häufig auflösen. Zunächst sollte der Tierarzt bestimmen welche Art von Harnsteinen vorliegt, denn die Harnsteine werden unterschiedlich behandelt. Die Bestimmung erfolgt mithilfe einer Urinuntersuchung. Im Urin können die Steine mikroskopisch bestimmt werden. Wichtig ist auch ein Ultraschall & Röntgen der Harnwege und Blase.

☝️ Es sollte immer auch ein großes Blutbild gemacht werden, um sehen zu können, ob die Nieren durch die Harnwegserkrankung geschädigt wurden.

Wenn man den ph-Wert senkt, lösen sich normalerweise die Struvitsteine (wenn sie nicht zu groß sind) auf. Dazu sollte man das Futter anpassen, kurzfristig können auch Diätzusätze wie DL-Methionin oder Guardicid helfen.
ACHTUNG: Katzen die Nierenkrank oder Leberkrank sind, sowie Katzen die andere Harnsteine haben, Kitten und trächtige Katzen dürfen keine ansäuernden Produkte erhalten. Halte unbedingt Rücksprache mit Deinem Tierarzt!

Die Katze sollte zudem viel trinken.

Du musst jetzt aber nicht zwangsweise ein Diätfuttermittel füttern!
Wichtig ist aber, dass du dein aktuelles Futter analysierst und ggf. optimierst.

Es ist sehr wichtig hochwertig zu füttern. (Also viel Fleisch und kaum pflanzliche Bestandteile. Kein Trockenfutter!) und die Katze “durchspülst” mit Wasserzugabe im Futter und vielen Wasserstellen im Haus.

Mit eine guten Fütterung und ggf. mithilfe von Diätzusätzen, verschiebt sich der ph-Wert normalerweise wieder. Die Diätzusätze säuern den Urin an, sodass der ph-Wert fällt.

ℹ️ Diätzusätze wie DL-Methionin oder Guardicid (als auch ein Diätfutter, solltest du eins geben wollen) verabreicht man eigentlich nur für kurze Zeit. Wie ein Medikament.
Nach ca. 2-4 Wochen setzt man es wieder ab (Diätfuttermittel ausschleichen!), da sich dann die Steine gelöst haben sollten. Mit einer Urinprobe kannst Du dies überprüfen lassen.

Wenn man Diätfuttermittel und Guardicid dauerhaft geben würde, läuft man Gefahr dass das Milieu ZU sauer wird (ph-Wert wird zu niedrig!). Das wiederum kann Calciumoxalatsteine begünstigen. Calciumoxalatsteine entstehen bei einem zu sauren Milieu (PH Wert unter 6,3). Wie bereits oben geschrieben, sind dies noch fiesere Harnsteine, die häufig nur operativ entfernt werden können.

❕ Während der akuten Phase, solltest Du zuhause mindestens 1-2x täglich den ph-Wert deiner betroffenen Katze messen. Es gibt Teststreifen die man zuhause nutzen kann*.
Am besten führst du ein Protokoll mit dessen Hilfe du den Trend des ph-Wertes verfolgen kannst. Wenn es mal nicht jeden Tag mit dem Messen klappt, mach dich nicht verrückt. Der Trend in welche Richtung sich der ph-Wert bewegt ist relevant.

 

👀 Augen auf beim Futterkauf!

Immer mehr Futterhersteller fügen ihren Futtern Ansäuerungsmittel wie “DL-Methionin” zu.

Methionin ist in seiner natürlichen Form eine essentielle Aminosäure, die normalerweise u.a. in Fleisch enthalten ist.
DL-Methionin ist die synthetische Form.

Um Nährwerte eines Futters zu verbessern oder um minderwertige Proteinquellen aufzupeppen, wird gerne mal DL-Methionin dem Futter zugefügt.

Zuviel DL-Methionin führt jedoch dazu, dass der ph-Wert abgesenkt wird.
So stand Mjamjam diesbezüglich 2021 in Kritik, da bei manchen Sorten für eine längere Zeit DL-Methionin zugefügt wurde. Inzwischen sollten die Sorten mit Methioninzusatz nicht mehr im Handel sein. Eine eigene Kontrolle der Deklaration gibt hier Sicherheit.

In Trockenfutter findet man DL-Methionin übrigens häufig zugesetzt. Das liegt meiner Meinung nach zum einen daran, dass die Nährwerte sonst nicht passen würden & zudem daran, dass das Futter viel zu viele (meist pflanzliche) Zutaten enthalten, die den ph-Wert ansteigen lassen. Damit dadurch keine Struvitsteine entstehen, wird Trockenfutter häufig DL-Methionin beigemischt. Dies zeigt gut, dass die Zutaten im Trockenfutter für Katzen unpassend sind.

Bei gesunde Katzen sollte der ph-Wert nicht einfach so abgesenkt werden. Daher verfüttere kein Futter mit DL-Methionin!

 

Struvitsteine vorbeugen!

🥩 Die richtige Fütterung ist sehr wichtig und relevant für die Vorbeugung von Struvitsteinen!
Die Fütterung sollte analysiert werden! War sie bisher vielleicht nicht optimal?

Fütterst Du Trockenfutter?
Trockenfutter sollte vermieden werden!

Eine Rationsüberprüfung auf Getreide und Bestandteile, die den Urin alkalisch gestalten können machen jetzt Sinn. Auch eine Übermineralisierung ist häufig ein Problem im Fertigfutter.
Stimmt das Verhältnis tierisch/pflanzlicher Bestandteile? Im Katzenfutter dürfen nicht zu viele pflanzliche Anteile vorhanden sein.

Die oben genannten Punkte kannst Du mithilfe eines Ernährungsberaters prüfen lassen.

Bei der Fütterung (Feuchtfutter oder BARF), solltest Du zudem darauf achten, dass Mineralstoffe bedarfsdeckend zugeführt werden. Besonders Kalzium, Magnesium und Chlorid sollten nicht über den Bedarfswert deiner Katze gegeben werden (Bei Fertigfutter schwierig).
Auch das Calcium-Phosphor Verhältnis sollte passend sein.

 

💧 Wie viele Wasserstellen haben deine Katzen zur Verfügung? Trinken sie genug oder solltest Du das Futter generell mit Wasser anreichern?

 

🤒 Bei Katzen die einmal Struvitsteine hatten, sollte dauerhaft regemäßig der ph-Wert kontrolliert werden. Leider neigen Katzen, die einmal erkrankt sind, zu erneuten Steinen. Die Ursache ist nicht ganz geklärt.
Am besten misst Du morgens vor der ersten Fütterung. Denn das Futter beeinflusst den Ph Wert, er steigt!

Zur Vermeidung von Struvitsteinen sollte der PH-Wert optimalerweise zwischen 6,5-6,8 liegen. Ein PH Wert über 7 begünstigt Struvitsteine.

🚽 Was könnte noch Ursache gewesen sein? Hält deine Katze lange Harn ein, weil sie gestresst ist oder das Toilettenmanagement nicht stimmt (Unsaubere Katzenklos, zu klein, falsche Streu, Haube….). Meidet sie es, die Katzenklos aufzusuchen?

Sollte deine Katze unter einer Blasenentzündung leiden, muss möglicherweise zugleich ein Antibiotikum verabreicht werden.
Ich kenne auch Katzen (Kater) bei denen es schon so schlimm war, dass nur noch eine Amputation des Penis geholfen hat.

Lass es nicht so weit kommen:
♥️ Achte auf eine hochwertige, katzengerechte Fütterung und Wasserzufuhr.
♥️ Sei aufmerksam und reagiere bei ungewöhnlichen Toilettengängen lieber zu früh als zu spät.
♥️ Halte deine Katze fit, spiel mit ihr und beschäftige dich mit ihr.
♥️ Übergewichtige Katzen müssen (langsam) abnehmen

♥️ Und wie immer gilt: Eine ausgeglichene, nicht gestresste Katze ist eine gesunde Katze 😊
Mit einer katzengerechten Wohnungshaltung, viel Liebe und Beschäftigung wird deine Katze happy – da bin ich mir sicher.

 

🌟 TIPP: An dieser Stelle möchte ich auf Sabine von Herzenskatzen hinweisen. Sabine hat ihre eigenen Erfahrungen mit Struvitsteinen bei ihrer Katze gemacht und gibt all ihr Wissen sehr ausführlich weiter.

 

 

Du hast noch Fragen? Gerne stehe ich Dir zu Verfügung.

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Alles Liebe,

Sakura

 

HINWEIS: Dieser Blogbeitrag dient rein zur Information und ersetzt keinen Tierarzt! Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammen getragen. Ich übernehme keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit. Bitte besprich die Diagnose und Therapie mit Deinem Tierarzt. Nahrungsergänzungsmittel als auch Medikamente nur nach Absprache mit Deinem Tierarzt verabreichen!

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