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Was brauchen Freigänger Katzen?

Freigänger Katzen – 8 Tipps

Bei der Haltung von Katzen hast Du als Katzenhalter in der Regel zwei Möglichkeiten: Deine Katze soll sich ausschließlich in der Wohnung aufhalten (Wohnungskatze) oder Deine Katze darf eigenständig die Umgebung draußen erkunden (Freigängerkatze).

Sicherlich gibt es auch Modelle wie “Wohnungskatze darf in Garten oder auf den Balkon”. In diesem Beitrag soll es aber um den klassischen Freigänger und dessen Bedürfnisse gehen.

Du bist Dir noch unsicher, ob Deine Fellnase Freigang bekommen soll? Ist es Dir lieber, sie bleibt in der Wohnung? Dann lies Dir unbedingt mal diesen Beitrag vom Tierschutzverein Bad Säckingen e.V. durch 🐱

Jede Haltungsform hat ihre Vor- und ihre Nachteile. Aus Katzensicht ist der Freigang die bereichernste Option. Die Grundbedürfnisse einer Katze sollten bei jeder Haltungsform stets erfüllt werden. Hierzu empfehle ich Dir u.a. den Flyer “Die Haltung von Katzen” vom Tierschutzbund.

Du hast Dich dafür entschieden, dass Deine Katze raus darf? Oder Deine Katze darf schon lange umherstreifen, aber du möchtest Dich nun genauer damit auseinander setzen, was sie eigentlich braucht um dabei glücklich und gesund zu bleiben? SUPER! Dann bist Du hier genau richtig 🙂

Mit meinen nachfolgenden Tipps verhilfst Du Deiner Freigänger Miez zu einem optimalen Katzenleben.

 

Was brauchen Freigänger Katzen?

Katzen die ganzjährig nach draußen dürfen, sollten ganz bestimmte Bedürfnisse erfüllt bekommen. Meine nachfolgenden Tipps und goldenen Regeln helfen Dir dabei:

  1. Bevor es raus geht, sollte das wichtigste geklärt sein: Die Kastration
    Nur mit einer Kastration (Bei Männchen auch auch Weibchen) wird ungewollter Nachwuchs verhindert. Dies ist nicht nur für die eigene Katze sinnvoll sondern trägt auch gleichzeitig dazu bei, dass es weniger Straßenkatzen ohne Zuhause gibt und die Tierheime entlastet werden. Auch in Deutschland haben wir eine hohe Zahl an Katzen, die elendig im Geheimen auf unseren Straßen leben. Sie vermehreren sich immer weiter. Dieses Elend muss unbedingt verhindert werden.
  2. Chip und Registrierung
    In Dortmund gibt es eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen. Doch nicht nur deswegen sollte Deine Freigänger Katze unbedingt mit einem Mikrochip versehen sein. Auch, wenn sie eines Tages nicht wie gewohnt nachhause kommt, kann die Kennzeichnung schnell und gut dabei helfen, dass Deine Miezekatze wieder nachhause kommt.Der Aufwand des chippen ist für Dich sehr gering und kostet nicht viel. Auch für Deine Katze ist der Chip und dessen Implantat kurz und schmerzlos. Wie genau ein Chip funktioniert und was Du dafür tun musst, erfährst Du hier.
  3. Katzenklappe
    Katzen haben einen hohen Freiheitsbedarf. Nur mit einer Katzenklappe kann man diesem gerecht werden. Zudem musst Du nicht immer schauen, ob Deine Katze jetzt gerade rein- oder rausmöchte. In kalten oder sehr heißen Monaten garantiert eine Katzenklappe, dass Deine Katze Schutz findet und nicht friert oder einen Hitzeschlag bekommt. Auch wenn Deine Katze draußen Panik bekommt oder sich erschreckt (z.B. laute Geräusche) kann sie schnell in ihren Zufluchtsort, das heimische Haus oder die Wohnung, gelangen. Dies ist vor allem bei einem Unfall oder Streit mit anderen Katzen sinnvoll. Stell Dir vor, Deine Katze wird von einem Auto angefahren (was ich niemandem wünsche). Statt sich in ein Gebüsch zu verkriechen, kann sie so nach Hause flüchten und Du bekommst es eher mit.
    Das lange Offenstehen von Türen oder Fenstern ist ebenfalls nicht nötig, was gerade in kälteren Monaten einiges an Energie und Heizkosten spart. Aufstehen, weil Miezi unbedingt rein. oder raus möchte, hat sich für Dich damit auch erledigt. Stressfrei für beide Seiten 🙂
    Wenn Du in den Urlaub fahren möchtest und ein Katzensitter nach Deinem Tiger guckt, sollte der Freigang weiterhin möglich sein. Das Einsperren von Freigänger ist keine gute Idee. Jetzt bist Du nicht nur weg, was bereits ungewohnt und anspannend für Deine Katze ist – nein, jetzt darf Dein Kätzchen auch nicht mehr raus. Absolut unverständlich und stressig für Miezi.
    Mit einer Katzenklappe bleibt für Deine Katze alles wie immer. Du wirst zu einer Katze zurück kommen, die  sich mit der richtigen Katzenbetreuung, sehr wohl gefühlt hat.Katzenklappen gibt es in verschiedenen Designs. Sie lassen sich überall einbauen, auch in Glas.
    Es gibt inzwischen tolle Katzenklappen, die über eine Chiperkennung laufen. Nur Katzen die in der Katzenklappe einprogrammiert sind, haben Einlass ins Haus. Alle anderen Tiere haben keine Chance durch die Katzenklappe einzudringen. Zudem kann man Ein- und Ausgangssperren verhängen, z.B. wenn Miezi nachts im Haus bleiben soll.
    Nach vielen Jahren im Einsatz empfehle ich genau eine solche, praktike Katzenklappe gerne weiter. Schau sie Dir unbedingt mal an*.
    Es gibt inzwischen sogar ein Modell*, welches man via App vom Handy aus bedienen kann. Dadurch hat man auch von überall in der Welt Kenntnisse darüber, ob Miezi im Haus ist und wie lange sie bereits draußen / drin war. Ich nutze dieses Modell selbst bei meinen Katzen und bin begeistert.
  4. Parasitenschutz
    Die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Freigänger Katzen von Parasiten wie einer Zecken heimgesucht wird, ist hoch. Damit Miezi bestmöglich geschützt wird, solltest Du sie für Parasiten unattaktiv machen. Welche Mittel helfen? Das erfährst Du hier.
  5. Wasser
    Deine Katze braucht nicht nur in den Wohnräumlichkeit jederzeit Zugang zu frischem Wasser, auch draußen sollte dies stets verfügbar sein. Tipp: Stell 1-2 Wasserschalen auf, die zugleich auch für Wildtiere wie Igel und Insekten hilfreich sind.
  6. Futter
    Je nachdem wie oft du Deine Katze fütterst und ob eine Katzenklappe vorhanden ist, sollte Deine Katze ggf. Futter draußen angeboten bekommen. Manche Katze sind fast den ganzen Tag draußen, da sie keinen Zugang zum Haus haben. Hierbei ist es Pflicht, dass Dein tierischer Liebling keinen Hunger leidet.
  7. Geschützte Plätze im Freien
    Eine Freigänger Katze benötigt draußen eine Schutzhütte, die trocken und warm ist. Hier kann sie sich bei Bedarf verkriechen. Vor allem in kalten Jahreszeiten ist dies essentiell.
    Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Deine Katze keinen selbstständigen Zutritt zum Haus oder einer Garage hat. Wenn Du einen Garten hast, ist ein hübsches Katzenhaus zudem auch ein optischer Hingucker. Solch eine Außenunterkunft sollte gut belüftet sein, vier Wände, einen kleinen Einstieg und ein Dach haben. Im Winter kannst Du es mit Stroh oder anderweitigem Dämmungsmaterial auslegen. Du kannst solch eine Hütte selbst bauen oder auch einfach fertig kaufen. Hier drei Vorschläge:
    Katzenhaus, bodenisoliert
    Penthouse für Katzen*
    Katzenhaus vollisoliert 
  8. Regelmäßig auf Verletzungen überprüfen
    Die Lebenserwartung ist statistisch gesehen bei Freigänger Katzen leider deutlich niedriger als bei den reinen Wohnungskatzen. Das Risiko sich zu verletzen oder sich mit Katzenkrankheiten anzustecken ist erhöht. Daher solltest Du als fürsorgerliche Katzenmami oder Katzenpapi Deine Katze täglich ansehen. Sieht sie gepflegt und gesund aus? Muss sie gebürstet werden? Ist irgendetwas anders als sonst? Vergiss bitte auch bei Deiner autarken Katze die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt nicht.

 

Katze im Winter

Zwar entwickeln Katzen, die regelmäßig Freigang haben, im Herbst und Winter ein dickes Fell, trotzdem frieren auch diese Miezen irgendwann in der Kälte. Zudem ist das Fell nicht vor Nässe isoliert! Besonders bei Regen kühlt die Katze dann mit einem nassen Fell schnell aus. Sie braucht daher unbedingt einen Platz zum Aufwärmen, optimalerweise im Haus.

Eine Katzenklappe ist normalerweise unabdingbar für Deine Katze, wenn Du nicht den ganzen Tag zuhause bist.

Sollte Deine Katze aus irgendeinem Grund keine Möglichkeit haben, durch eine Katzenklappe das Haus eigenständig Betreten oder Verlassen zu dürfen, sind Outdoor Plätze zwingend erforderlich! Diese müssen stets wetter- und witterungsfest sein und im Winter gut isoliert werden. Ein gutes Beispiel findest Du hier. Es gibt sogar Katzenhäuser mit Heizung für den Außenbereich.
Auch im Winter sollte ein Wassernapf und Futter bereit stehen. Bei beidem solltest Du darauf achten, dass es nicht friert.

 

Katze im Sommer

Wie auch im Winter, benötigen Katzen im Sommer sichere Rückzugsorte. Gemütliche Plätzchen im Schatten sind hier sehr hilfreich, damit Deine Katze keinen Hitzeschlag bekommt. Die Winterhäuschen eignen sich in der Regel nicht, da sich diese schnell aufheißen. Daher ist auch im Sommer eine Katzenklappe zum Haus die beste Lösung.
Wenn keine Klappe zum Haus besteht, braucht dein Freigänger unbedingt einen Schutzplatz draußen, der Schatten aber gleichzeitig Luftzirkulierung bietet. Es sollte stets eine Wasserstelle mit frischem Wasser bereit stehen. Vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung verkeimt Wasser schnell. Tägliches reinigen der Wasserschale sowie der Austausch vom Wasser ist sehr wichtig. Nassfutter sollte nur frisch gefüttert werden und im Sommer nicht draußen stehen. Bei Wärme verdirbt das Futter sehr schnell.

 


Achtung Nachbarn: Nicht jeder Nachbar mag Katzen. Vor allem Freigänger, die häufig Beute jagen, sind für einige Menschen ein lästiges Problem. Hier hilft es, freundlich, deeskalierend und kooperativ mit den Nachbarn zu sprechen. Leider lässt sich der Jagdtrieb einer Katze auf Vögel (oder Mäuse) nicht abtrainieren. Auch das Einsperren der Katze macht es nicht besser. Leider gibt es keine Lösung gegen den Jaginstinkt. Abzuraten ist unbedingt von Halsbändern. Diese helfen zum einen nicht gegen das Erlegen von Vögeln oder Mäusen, zum anderen stellen sie eine echte Gefahr für die Katze da. Warum erfährst Du hier.

Der Mythos, dass unsere Freigängerkatzen den Vogelbestand dramatisch dezimieren hält sich übrigens hartnäckig. Bei Schätzungen und Diskussionen wird aber leider selten berücksichtigt, dass

    1. auf getötete Vögel auch viele neue geborene Vögel folgen. Der Bestand erholt sich also stetig.
    2. Katzen erbeuten primär kranke, schwache oder junge Vögel – dies sorgt für eine natürliche Auslese (Quelle: Landesbund für Vogelschutz (LBV))
    3. Streunerkatzen / Katzen ohne Halter für die meisten Tötungen verantwortlich sind. Dies zeigt, dass nicht Miezi von nebenan an der Mi­se­re schuld ist, sondern die Ursache bei einer Überpopulation verwilderter oder ausgesetzter Katzen liegt. Würde es hier eine drastische Senkung geben (dadurch, dass wir das Problem Streunerkatze endlich einmal mit Kastrationen sowie mit bundesweiten Kastrations- und Registrierpflichten angehen), wäre auch der Vogelbestand nicht mehr gefährdert.
    4. das Beutetier Nummer 1 für eine Katze immer noch die Maus ist. Vögel werden deutlich seltener gejagt.
    5. ein viel größeres Problem als eine Freigängerkatze für Vögel besteht. Nämlich: Dass wir Menschen durch die immer schlimmer werdende Umweltverschmutzung und den Eingriff in die Natur vielen Lebewesen, wie auch u. a. Vögeln, den Lebensraum wegnehmen und sie ausrotten.

Einen interessanten Artikel zu diesem Thema findest Du z.B. beim Tierschutzbund.

 

Achtung Umzug: Nach einem Wohnungswechsel sollte Deine Katze erst einmal nicht sofort wieder nach draußen dürfen. Jetzt ist es zunächst wichtig, das sie sich an die neue Umgebung im Inneren gewöhnt und damit zurecht kommt. Würdest Du sie zu schnell wieder in die Freiheit lassen, weiß sie sehr wahrscheinlich nicht wo sie ist. Im schlimmsten Fall, wenn Deine alte Wohnung nicht sehr weit weg ist, könnte es sogar passieren, dass Deine Katzen zurück zur alten Wohnung läuft.
Wenn sich Deine Katze nach einigen Wochen / Monaten eingelebt hat, kannst Du Dich mit dem Thema Freigang beschäftigen.

Meiner Erfahrung nach, sind Katzen nach einem Umzug sowieso erstmal mit der neuen häuslichen Situation beschäftigt und fordern keinen Freigang ein.

Meine Tipps für einen stressfreien Umzug mit Miezi habe ich dir hier zusammengefasst 🙂

 

 

Du hast noch Fragen? Gerne stehe ich Dir zu Verfügung.

Alles Liebe,

Sakura

 

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