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Chronische Nierenerkrankung bei Katzen

Chronische Nierenerkrankung bei Katzen – Tipps und Hilfestellung

Eine chronische Nierenerkrankung bei Katzen ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der die Nierenfunktion abnimmt und letztendlich kaum noch vorhanden ist.
Geschädigte Nieren können nicht wiederhergestellt werden. 😿
Die Folge der chronischen Nierenerkrankung ist ein Vergiftungsprozess im Körper, der tödlich endet. Daher gilt es, eine Katze mit einer CNE zu stabilisieren und den Prozess zu verlangsamen.

💡 Diese Erkrankung wurde bislang auch als chronische Niereninsuffizienz (CNI) bezeichnet. Korrekterweise heißt es inzwischen aber chronische Nierenerkrankung (CNE), denn für mein Verständnis ist der gesamte Krankheitsprozess/verlauf relevant, also auch die Zeit in der die Nieren noch suffizient (ausreichend funktionell/fähig), sind. Denn gerade am Anfang wenn Nieren zwar erkrankt sind, können sie durchaus noch einige ihrer Funktionen erfüllen.

Symptome der chronischen Nierenerkrankung werden in der Regel erst deutlich ersichtlich, wenn bereits der größte Teil der Nieren (65 – 75 %) geschädigt ist.

Leider gibt es keine Heilung für bereits geschädigte Nieren bzw. einer chronische Nierenerkrankung bei Katzen. Ohne Behandlung verläuft die CNE bei unseren Plüschpfoten in der Regel tödlich! Es ist jedoch möglich, bei frühzeitigem Erkennen die Nierenerkrankung zu mildern und den Verlauf zu verlangsamen sowie Deiner betroffenen Katze noch ein langes Leben mit einer hohen Lebensqualität zu geben. ♡

 

Was machen die Nieren überhaupt?

Die Nieren im Katzenkörper übernehmen wie auch bei uns Menschen vielfältige Aufgaben.
Die wichtigste Aufgabe ist die Entgiftung. Die Nieren sind das Reinigungsorgan der Katze. Sie filtern das Blut und sorgen dafür, dass Giftstoffe und Stoffwechselendprodukte (also z. B. Harnstoff oder überschüssige Salze) über den Urin ausgeschieden werden.
Zudem regulieren sie das Säure-Base-Gleichgewicht und sorgen für einen ausgeglichenen Wasser- und Elektrolyte (z.B. Natrium und Kalium) Haushalt der Katze.

Wenn Nieren nicht mehr richtig funktionieren, können Schadstoffe nicht mehr abtransportiert werden und lagern sich im Katzenkörper ein. Diese Giftstoffe verursachen z.B. Übelkeit und Appetitlosigkeit oder auch Wunden im Mund. Bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen wird die Blutbildung gestört und es kann zu einem kompletten Organversagen kommen.😮

Durch die eingeschränkte Funktion der Nieren werden auch eigentlich benötigte Eiweiße (Proteine) über den Urin der Katze ausgeschieden. Dadurch entsteht ein Eiweißmangel.
Der Körper der Katze greift dadurch auf die noch vorhandenen Proteinreserven in den Muskeln zurück. Folglich baut die Katze enorm viel Muskelmasse und Kraft ab.

ℹ️  Katzen mit CNE haben dadurch oftmals einen erhöhten Eiweißbedarf. Es ist daher nicht der richtige Weg, Protein in der Fütterung drastisch zu reduzieren. Viel sinnvoller ist es, hochwertiges, tierisches Protein zu füttern.

Miezen reagieren sehr empfindlich auf die Abbauprodukte des Eiweißstoffwechsels wie z.B. Harnstoff, die sich bei einer Vergiftung im Körper anreichern. Bei fast allen nierenkranken Katzen ist der Phosphatspiegel erhöht, da die kranken Nieren das überschüssiges Phosphat nicht mehr ausreichend aus dem Körper filtern können, sodass es zu einem Phosphatanstieg kommt.
Normalerweise besteht ein Gleichgewicht zwischen Phosphat und Kalzium im Körper. Bei einem Phosphatüberschuss im Körper wird die Kalizumaufnahme jedoch gestört. Eiweißreiche Lebensmittel wie Milchprodukte, Fleisch, Knochen und Hülsenfrüchte enthalten besonders viel Phosphate. Es sind aber immer auch die Mengen entscheidend.

💡 Unterschied Phosphor und Phosphat: Phosphor ist ein wichtiger Mineralstoff. Die chemische Verbindungen in denen Phosphor vorkommt, heißen Phosphate.
Phosphor arbeitet eng mit dem Mineralstoff Kalzium für Knochen und Zähne zusammen.
Die Begriffe Phosphor und Phosphat werden oft synonym füreiner verwendet.

 

Welche Katzen entwickeln eine Nierenschwäche?

Prinzipiell jede. Nicht nur ältere Katzen können Probleme mit den Nieren bekommen. Katzennieren sind leider sehr anfällig.
Die Ursachen zur Entstehung einer chronischen Nierenerkrankung bei Katzen können sein:

  • Zu wenig Wasser (Katzen sind von Natur aus schlechte Trinker. Abseits von ihrem Futter trinken sie in der Regel kaum, daher ist vor allem die Fütterung mit Trockenfutter ein großes Problem)
  • Qualitativ minderwertiges Futter (z.B. Futter welches zu viele pflanzliche Stoffe enthält. Hier müssen die Nieren und auch die Leber extrem arbeiten, da sie von Stoffwechselendprodukten überlaufen werden.)
  • Diabetes
  • Schilddrüsenprobleme
  • Zu hoher Blutdruck
  • FORL / Zahnsanierungen (Bei der Öffnung der betreffenden Stellen im Kiefer können massiv viele Bakterien in den Blutkreislauf zur Niere gelangen)
  • Tumore
  • Übergewicht
  • Urologische Erkrankungen (z.B. Nierensteine oder Nierentzündungen)
  • Vergiftungen
  • Medikamente
  • Überimpfungen
  • Narkosemittel

Bei Seniorenkatzen (ab 10-12 Jahren) tritt eine chronische Nierenerkrankung am häufigsten auf, da ihre Nieren oft altersbedingte Einschränkungen zeigen und Missstände nicht mehr so gut ausgleichen können oder sich nun Spätfolgen von Problemen aus der Vergangenheit zeigen.

 

Auch wichtig für Dich zu wissen:

1) Bei Katzen wird physiologisch bedingt, der Urin über den Nieren- und Harnapparat stark konzentriert. Die Urinmenge bei Katzen liegt pro Tag bei nur ca. 150 ml. Daraus ergibt sich eine permanente, leichte Dehydratation (Verminderung des Wassers im Körper; Austrocknung).
Wenn Katzen zu oft ihren Harn einhalten (z.B. weil sie Stress haben) kommt es nicht selten zu Harnwegserkrankungen.
Wenn Katzen zudem nicht genug Wasser über ihr Futter zu sich nehmen, wird der Wasserbedarf im Körper nicht erfüllt. Nieren müssen immer gut durchgespült werden.
Wenn die Fütterung nicht passt, führt dieser Zustand nicht selten zu Niereninsuffizienz, Blasensteinen und Verstopfungen.

2) Eine Fütterung mit minderwertigem Futter (Trockenfutter, pflanzliches Protein und andere unpassende Futterbestandteile) in all den vergangen Katzenjahren hat die Nieren (und Leber) extrem belastet. Seniorenkatzen können nun die Spätfolgen zeigen.

3) Die Belastung durch viele Medikamente und die Gabe von Impfungen und Antiparasitika (z.B. chemische Entwurmung) in den vergangenen Katzenjahren zeigt sich ebenfalls oftmals erst spät. In einem Katzenleben lagern sich viele Schadstoffe im Katzenkörper ab.

4) Die Nieren sind übrigens auch wichtig für die Regelung des Blutdrucks: Eine Nierenschwäche und Bluthochdruck hängen oftmals zusammen! Eine chronische Nierenschwäche kann einen Bluthochdruck mit sich bringen – umgekehrt kann ein zu hoher Blutdruck auf Dauer die Nieren schädigen. Wenn Deine Katze also einen zu hohen Blutdruck hat, solltest Du unbedingt die Nieren im Blick behalten.

 

 

Äußerliche Einflüsse, die wir als Menschen verhinden können, werden meistens bei Katzen häufig übersehen und nicht für Nierenprobleme als Ursache genommen. Dabei können sich giftige Stoffe für am Nierengewebe ansammeln und dieses verändern. Giftige Stoffe für Katzen sind u.a.

  • Sehr viele Blumen- und Pflanzenarten wie z.B. Lilien, Weihnachtsstern, Avocado und Buchsbaum
  • Medikamente
  • Froschutzmittel
  • Pestizide

Eine Übersicht findest Du hier 

Giftige Pflanzen im Detail findest Du hier.

 

Welche Symptome zeigen Katzen mit chronischer Nierenerkrankung?

Leidet Deine Katze an einer chronischen Nierenerkrankung, kannst Du, je nach Stadium, typischerweise folgende Symptome feststellen:

  • Häufiges Urinlassen
  • Vermehrtes Trinken
  • Apathie. Deine Katze ist also häufig müde, träge / schlapp und kraftlos
  • Appetitlosigkeit. Deine Katze isst kaum oder gar nicht mehr. Auch die Lieblingsleckerchen werden nicht mehr wie bisher genommen.
  • Gewichtsabnahme
  • Dehydration (wenn die Katze bereits zu schlapp ist, findet manchmal gar kein Trinken mehr statt)
  • Glanzloses, struppiges Fell
  • Schlechter Gang beim Laufen (Da Katze manchmal durch die Nierenschwäche zu viel Kalium verliern, bekommt sie einen Kaliummangel. Dies kann zu einem schlechten Gang beim Gehen führen.)
  • Mundgeruch (durch Ammoniak, welches nicht mehr ausgeschieden werden kann)

 

☝️ Zwei sehr bekannte Symptome bei Katzen sind vemehrtes Wasserlassen und zeitgleich mehr Trinken. Dies sind die beiden häufigsten ersten Anzeichen einer Nierenerkrankung. 

Wie oben beschrieben, zeigen sich die Symptome oftmals erst, wenn der größte Teil der Nieren zerstört ist.

Symptome zeigen sich erst spät

Vage Symptome wie “Meine Katze leckt ihren Napf nicht mehr aus” ; “Meine Katze ist träge” ;”Meine Katze hat schon wieder Verstopfungen” werden oftmals nicht mit einer tödlichen Krankheit in Verbindung gebracht.
Auch werden gerade bei älteren Katzen leider immer wieder einige Symptome, wie z.B. “Meine Katze spielt nicht mehr” als Alterungserscheinung heruntergespielt, obwohl es sich um ernste Erkrankungen handeln können.

Es gibt bei einer chronischen Nierenerkrankung bei Katzen keine eindeutig klaren und definierten Ursachen und Symptome. Zudem haben auch andere Erkrankungen dieselben oder ähnliche Symptome wie bei einer CNE. Bei vermehrtem Trinken und Wasser lassen solltest Du aber aufmerksam werden!

😿 Gerade bei Katzen, die uns selten nicht zeigen, wenn es ihnen schlecht geht, ist die Gefahr hoch, dass wir es nicht mitbekommen, wenn sie an CNE erkranken. Man sollte daher unbeding auf kleine, unscheinbare Anzeichen achten.

Deine Katze zeigt meistens erst dann Symptome, wenn schon 2/3 des Nierengewebes zerstört sind. Daher kann sich die chronische Nierenerkrankung sehr überraschend zeigen, da sie sich schleichend über Monate oder gar Jahre “heimlich” entwickelt hat und dann scheinbar plötzlich zu Symptomen führt.

Daher solltest Du als verantwortungsbewusste/r und fürsorgliche/r Katzenmama / Katzenpapa bereits auf Kleinigkeiten Acht geben und lieber einmal zu viel zum Tierarzt fahren.

 

Verlauf der Krankheit

Die chronische Nierenerkrankung bei Katzen wird in 4 Stadien unterteilt, die einer Orientierung dienen kann:

Stadium 1) Deine Katze hat bereits eine chronische Nierenerkrankung, sie wirkt aber weiterhin gesund und zeigt normalerweise keine Symptome. Die Nierenfunktion ist zwar bereits eingeschränkt, die Nieren sind aber noch in der Lage die Schäden zu kompensieren. Der Kreatininwert im Blutergebnis kann noch im Normalbereich liegen, der SDMA-Wert ist aber erhöht. Im Utraschall kann man evtl. bereits erste Veränderung der Nieren erkennen.
Kreatinin Normwert nach IRIS Staging < 140 µmol/l bzw. < 1,6 mg/dl
SDMA Normwert < 14 µ/dl

Stadium 2) Da die Nierenerkrankung bereits fortgeschritten ist, zeigen manche Katzen nun erste Krankheitsanzeichen. Sie trinken vermehrt und setzen mehr Urin ab. Manche Katzen mäkeln am Futter. Beim Blutergebniss sieht man nun einen erhöhten, aber noch milden Kreatinin-Wert nach IRIS Staging 140 – 250 µmol/l bzw. 1.6 – 2.8 mg/dl.

Stadium 3) Da bereits 2/3 der Nierenfunktion ausfällt, treten massive Krankheitsanzeichen bei Deiner Katze auf. Von Katze zu Katze können die Symptome unterschiedlich ausfallen. Die Niere haben nur noch eine Funktionalität von ca. 25%.
Der Kreatinin-Wert nach IRIS Staging liegt inzwischen über 250 µmol/l bzw. 2,9 – 5,0 mg/dl.
⚠️ Selbst bei Stadium 3 ist es noch möglich, die Katze durch eine passende Ernährung soweit zu stabilisieren, dass es sie zurück bei Stadium 2 eingeordnet werden kann. Daran siehst Du, wie wichtig eine nierenschonende, angepasste Ernährung ist.
(Trockenfutter und spezielles Nierenfutter ist hiermit nicht gemeint!)

Stadium 4) Nierenversagen im Endstadium. Der Katzenkörper ist inzwischen stark vergiftet. Es treten schwere Symptome auf. Der Kreatinin-Wert nach IRIS Staging liegt bei über 440 µmol/l bzw. über 5,0 mg/dl.
Bei Stadium 4 kann man in der Regel leider nichts mehr tun. 😥 Hier kannst Du nur noch schauen, wie sich deine Katze ungefähr fühlt und wie du es ihr noch ggf. einigermaßen angenehm machen kannst.

ℹ️ Der Grad des Fortschreitens und die Schwere der Krankheit kann sich von Katze zu Katze deutlich unterscheiden.

[Hinweis: Die hier genannten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Blutbefundes verwendet werden und ersetzen keine Konsultation mit einem Tierarzt. Referenzwerte unterscheiden sich von Labor zu Labor!]

 

Chronische Nierenerkrankung bei Katzen: Vorbeugung / Krankheit frühzeitig erkennen rettet Leben

Je eher eine chronische Nierenerkrankung diagnostiziert wird, desto besser stehen die Chancen für Deine Katze.

Nur durch eine tierärztliche Untersuchung unter Einbeziehung eines Bluttests kann man eine Schädigung der Nieren (rechtzeitig) erkennen. Auch mit Hilfe eines Ultraschalls und einer Urinuntersuchung kann der Tierarzt eine schnelle gute Diagnose stellen.

Garantiert vorbeugen und ausschließen, dass Deine Mieze keine Nierenschwäche bekommt, kannst Du auch mit allen Tipps leider nicht. Aber durch meine nachfolgenden Tipps und einfach umsetzbaren Maßnahmen reduzierst Du das Risiko einer Erkrankung erheblich bzw. kannst du einer Stabilisierung beitragen:

Achte auf Veränderungen! Selbst Kleinigkeiten sollten von Dir beobachtet und erkannt werden. Wenn Deine Katze z.B. immer mal wieder erbricht, stell sie bitte dem Tierarzt Deines Vertrauens vor.
Beim täglichen Kontakt mit Deiner Katze solltest Du vor allem stets einen Blick dafür haben, ob Deine Mieze sehr viel trinkt oder ob auffällig viel Urin in den Katzentoiletten zu sehen ist. Beides können Anzeichen für Nierenprobleme sein.

Regelmäßige Gesundheits-Check-ups! Vor allem ältere Katzen (ab 7 Jahren) sollten 1-2 x im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung zum Tierarzt gehen. Bei jedem Besuch sollte Deiner nüchternen (!) Katze Blut entnommen werden. Durch eine Blutuntersuchung kann erkannt werden, ob alle Werte unaufällig sind. Denn: Auch symptomfreie Katzen können krank sein! Diese jählichen Vorsorgeuntersuchungen sind unerlässlich. Durch Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten kann eine Katze oftmals vor einem akuten, sehr schmerzhaften Nierenversagen gerettet werden.

Fütterung von hochwertigem Futter! Minderwertiges Futter solltest Du Deinen Katzen grundsätzlich nicht anbieten. Sie enthalten nicht nur Abfall aus der Fleischindustrie (alles, was wir nicht essen möchten) sondern auch viele Lockstoffe und ungesunde Zutaten wie viele pflanzlliche Bestandteile. Bei pflanzlichen Proteinen, das oft in großen Mengen in minderwertigen Katzenfutter enthalten ist, ist nicht nur die Verdaulichkeit schlecht sondern die Niere ist durch die Umwandlungen und vermehrten Stoffwechselprodukte sehr viel stärker belastet als durch tierisches Protein. Minderwertiges Futter verschlimmert also die Nierenschwäche.
Nur durch eine angepasste Ernährung können die Nieren Deiner Miez jetzt geschont werden.

Nierenkranke Katzen benötigen eine spezielle Diät, aber kein Diätfutter aus dem Handel!

Auf die Fütterung von Knochen muss wegen des hohen Phosphatgehaltes verzichtet werden.

Trockenfutter ist ein absolutes No Go
, da es kaum Feuchtigkeit hat und die Nieren dadurch + durch zu viele ungeeignete Zutaten enorm belastet! Leider wird immer noch zu häufig Trockenfutter bei Nierenproblemen gefüttert. Doch davon kann ich Dir nur abraten. Du solltest Miezi unbedingt auf ein hochwertiges Feuchtfutter oder auf Selbst kochen oder BARF umstellen.

Tierärztin Lisa A. Pierson schreibt auf ihrer Website, dass kein Zweifel daran besteht, dass Trockenfutter für weit mehr (…) Krankheiten verantwortlich ist, als den meisten Tierärzten und Katzenbesitzern bewusst ist.

I have no other word for dry ‘renal’ diets other than “atrocious” (Deutsch: Ich habe kein anderes Wort für “Nierentrockenfutter” als “grauenhaft”)

Ebenso sprechen sich glücklicherweise auch andere tierärztliche Experten inzwischen gegen Trockenfutter aus.

 

➡️ Als ausgebildete Ernährungsberaterin für Katzen kann ich Dir weiterhelfen und mit Dir zusammen einen individuellen Speiseplan für Deine nierenkranke Katze entwickeln.
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Zu dem Thema “Was ist wirklich gutes Katzenfutter” habe ich einen Artikel geschrieben, den du zusätzlich bestimmt hilfreich findest.

Ausreichend Trinkwasser anbieten! Deine Stubentiger sollte immer ausreichend Wasser zur Verfügung haben, um die Reinigungsfunktion der Nieren zu unterstützen. Die Nieren müssen jetzt nicht nur geschont sondern auch regelmäßig durchgespült werden. Biete in Deinem Haushalt mehrere Wasserstellen an. Für trinkfaule Kätzchen eignet sich ein Trinkbrunnen. Dieser kann zum Trinken animieren. Zum Thema “Wassermanagement” habe ich ebenfalls einen hilfreichen Artikel geschrieben.

Regelmäßiges Spielen! Neben der richtigen Ernährung hilft auch regelmäßiges Spielen – dadurch wird Übergewicht vermieden. Außerdem hält Bewegung fit. Auch alte Katzen spielen 🙂

Schutz im Haushalt vor Vergiftungen wie ungeeignete Blumen- und Pflanzen!

Keine Impfungen und prophylaktische Wurmmittel! Auf Impfungen und die Gabe von Wurmkuren und anderen Antiparasitika solltest Du bei Deiner nierenkranken Katze verzichten, sofern keine dringende Indikation vorhanden ist! Diese Mittel belasten die Nieren enorm!

Gewichtskontrolle! Wiege Deine Katze regelmäßig (z.B. alle 4 Wochen) und notiere Dir das Gewicht. Tipp: Die Gewichtsveränderung in Prozent ausrechnen. Dadurch erkennt man sofort gravierende Unterschiede, die als KG oder g nicht auffallen würden.

 

Bei einer frühzeitigen Erkennung und der richtigen Fütterung kann Deine Katze durchaus noch eine gute Zeit glücklich und fit leben.

 

Deine Katze hat auffällige Nierenwerte?

Bei einer Blutuntersuchung werden vor allem zwei Werte bei Verdacht gemessen: Harnstoff und Kreatinin. Wenn diese Indikationswerte “Harnstoff” und “Kreatinin” sowie “BUN” und evtl. auch “Phosphat” im Blut erhöht sind, liegt wahrscheinlich eine akute oder chronische Nierenerkrankung vor. Aufschluss gibt nur eine Harn- + Ultraschalluntersuchung + Symptombeobachtung.
❗ Harnstoff + Kreatinin sind in der Regel erst erhöht, wenn die Nieren schon ziemlich geschädigt sind.

 

SDMA-Wert

Seit einiger Zeit gibt es glücklicherweise einen Frühwert, der bereits anschlägt, wenn sich die Katze in Stadium 1 befindet. Der sogenannte SDMA (Symmetrical dimethylarginine) Wert kann eine Nierenfunktionsstörung schon frühzeitiger und damit in der Regel rechtzeitig anzeigen. Leider ist der SDMA-Wert nicht 100% zuverlässig, aber er ist zumindest ein Marker, den man im Blutbild immer mit abfragen sollte.

ℹ️ SDMA kann auch ausschlagen bei anderen Entzündungen wie Pankreas, FORL
Daher bei SDMA auch immer die Zähne kontrollieren lassen!

 

Sollte Deine Katze auffällige Nierenwerte haben, solltest Du, nach Rücksprache mit Deinem Tierarzt und zusammen mit einem geschulten Ernährungsberater, als erstes eine Futterumstellung vornehmen. Deine Samtpfote sollte ab sofort ausschließlich hochwertiges Nassfutter oder BARF, essen.

Spezialfutter (“Nierenfutter” welches im Haustier-Fachgeschäft oder auch beim Tierarzt erhältlich ist), sollte nur in Ausnahmefällen gefüttert werden.

Mein Tipp: Umstieg auf hochwertiges Nassfutter*, wenn selbst kochen oder roh füttern für dich nicht in Frage kommt. Ein hochwertiges Nassfutter können auch alle anderen Katzen in Deinem Haushalt essen und es hat gute Nährstoffe und Zutaten (Im Gegensatz zum “Nierenfutter” aus dem Handel, welches zwar Phosphatarm ist, ansonsten aber eine minderwertige Qualität hat.)
Ggf. musst du dem Futter als Ausgleich einen Phosphatbinder untermischen. Dies ist aber meistens erst nötig, wenn sich Deine Katze bereits in einem IRIS Stadium 3 oder 4 befindet.

Erzwinge die Futterumstellung aber nicht! Es hilft nichts, wenn Deine Katze das neue Futter nicht frisst. Wäge ab, welcher Weg der sinnvollste für deine Mieze ist.

 

Behandlung der CNE

Wenn die Nierenschädigung Deiner Katze ausreichend durch den Tierarzt abgeklärt ist, solltest Du je nach Ausmaß der Erkrankung therapeutische Maßnahmen ergreifen. Diese werden möglichst individuell  auf das Befinden Deiner Katze abgestimmt. Es kann eine Flüssigkeitstherapie durch Infusionen erfolgen, Nahrungsergänzungmittel oder appetitanregende Medikamente gegeben werden.
Das wichtigste: Bei einer CNE/CNI MUSS muss die Fütterung zwingend angepasst werden! Ohne eine angepasste Ernährung helfen auch keine Medikamente. Die Fütterung ist die Basis um eine nierenkranke Katze zu stabilisieren. Trockenfutter macht eine CNI schlimmer!

Eine Behandlung beruht darauf, eine weitere Verschlechterung der Nierenfunktion zu vermeiden und eine weitere Schädigung hinauszuzögern. Ich empfehle an dieser Stelle, zusätzlich zum Tiermediziner einen Ernährunsgberater zu Rate zu sehen.

Das erste, was Du in jedem Fall machen solltest: Umstellung auf eine Nierenschonende Diät (= auf gutes, hochwertiges Katzenfutter). Dieses ist entweder ein Nassfutter oder du kochst selbst bzw. fütterst roh!
Das Futter sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Feuchtigkeit (Daher kein Trockenfutter)
  • Hochwertiger, tierischer Eiweißgehalt (Eine Eiweißreduzierung ist nicht der richtige Weg)
  • Deckung des Energiebedarfs
  • Geringer Phosphat (Phosphor) Gehalt (Alternativ: mit zugesetzten Phosphatbinder arbeiten) um die Nieren zu entlasten. In Stadium 1 und 2 ist das Thema Phosphat und Phosphatbinder noch nicht so relevant wie in Stadium 3 und 4. Am Anfang ist es viel wichtiger, dass du wirklich hochwertig fütterst!
  • Entzündungshemmende Zusatzstoffe wie z.B. Omega-3-Fettsäuren können ebenfalls eingesetzt werden, genau wie wasserlösliche Vitamine die über den vermehrten Urin ausgespült werden (B-Vitamine).

☝️ Wie bereits oben geschrieben: Erzwinge die Futterumstellung aber nicht! Es hilft nichts, wenn Deine Katze das neue Futter nicht essen möchte. Es ist viel wichtiger, dass sie überhaupt isst.

 

Mythos: Protein muss drastisch reduziert werden!

Diese Annahme ist veraltet. Protein ist bei nierenkranken Tieren nicht das Problem, sondern bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen muss auf den Phosphorgehalt in der Fütterung geachtet werden! Katzen sind grundsätzlich auf hochwertige, tierische Proteine angewiesen.

 

 

Endstadium: Nierenversagen

Wenn Deine Katze Symptome wie Apathie, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder plötzliche Blindheit (aufgrund von zu hohem Blutdruck) und Dehydrierung zeigt, solltest Du keinen Tag vergehen lassen und sofort zum Tierarzt oder zur Tierklinik fahren.

Deine Katze wird sehr wahrscheinlich stationär aufgenommen und bekommt Infusionen.
Je nachdem wie schlecht es Deiner Katze geht, ist es möglich dass sie akutes Nierenversagen hat. Bei einem akuten Nierenversagen findet ein komplettes Abschalten der Nierenfunktion statt und eine Behandlung ist vermutlich nicht mehr möglich.

 

 

〉 Fazit: Ein jährlicher Gesundheitscheck beim Tierarzt sollte Pflicht sein! Auch kleinere, unspezifische  Auffälligkeiten wie vermehrtes Erbrechen, Gewichtsabnahme und Fressunlust sollte man kontrollieren lassen. Nur wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, kann Deiner Katze rechtzeitig geholfen werden!

An dieser Stelle sei Betroffenen noch “Tanyas umfassendes Handbuch über CNE bei Katzen” ans Herz gelegt. Die Website ist sehr umfangreich und hilft Katzenhaltern mit vertieften, detaillierten Infos weiter.

 

Übrigens: Wenn Deine Katze Nierenprobleme hat, diese aber noch nicht gravierend sind, kannst Du mir Deine Katze wärend eines Urlaubes oder ähnlichem mit gutem Gewissens anvertrauen! Ich bin erprobt im Umgang mit nierenkranken Kätzchen und kann eine gute Betreuung bei kooperativen Katzen während Deiner Abwesenheit sicher stellen. ♥

 

Du hast noch Fragen? Gerne stehe ich Dir zu Verfügung.

Alles Liebe,

Sakura

 

HINWEIS: Dieser Blogbeitrag dient rein zur Information und ersetzt keinen Tierarzt! Bitte besprich die Diagnose und Therapie mit Deinem Tierarzt. Nahrungsergänzungsmittel als auch Medikamente nur nach Absprache mit Deinem Tierarzt verabreichen!

 

[WERBUNG! Dieser Blog Beitrag spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder. Ich werbe aus Überzeugung für Produkte und Seiten anderer Unternehmen. Ich habe weder für die Produkttests noch für die Verlinkungen zu Drittanbietern Geld oder eine anderweitige Bezahlung erhalten.]

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