Chronische Nierenerkrankung bei Katzen – Tipps und Hilfestellung
Eine chronische Nierenerkrankung bei Katzen ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der die Nierenfunktion abnimmt und letztendlich kaum noch vorhanden ist.
Geschädigte Nieren können nicht wiederhergestellt werden. 😿
Die Folge der chronischen Nierenerkrankung ist ein Vergiftungsprozess im Körper (Urämie), der tödlich endet. Daher gilt es, eine Katze mit einer CNE zu stabilisieren und den Prozess zu verlangsamen.
💡 Diese Erkrankung wurde bislang auch als chronische Niereninsuffizienz (CNI) bezeichnet. Korrekterweise heißt es inzwischen aber chronische Nierenerkrankung (CNE), denn es ist der gesamte Krankheitsprozess und -verlauf relevant. Also auch die Zeit, in der die Nieren noch ausreichend funktionstüchtig (suffizient) sind. Denn gerade am Anfang, wenn die Nieren zwar schon erkrankt sind, können sie durchaus noch viele ihrer Funktionen erfüllen. Ob du nun CNI oder CNE sagst: Wichtig ist vor allem, die Erkrankung rechtzeitig auf dem Schirm zu haben.
Symptome der chronischen Nierenerkrankung werden in der Regel erst deutlich ersichtlich, wenn bereits der größte Teil der Nieren (65 – 75 %) unwiderruflich geschädigt ist. Da die Krankheit so lange unentdeckt bleibt, ist eine jährliche Vorsorgeuntersuchung mit Blutbild bei Katzen im Alter lebenswichtig.
Leider gibt es keine Heilung für bereits geschädigte Nieren bzw. für eine chronische Nierenerkrankung bei Katzen. Ohne Behandlung verläuft die CNE bei unseren Plüschpfoten in der Regel tödlich! Es ist jedoch möglich, bei frühzeitigem Erkennen die Nierenerkrankung zu mildern und den Verlauf zu verlangsamen sowie Deiner betroffenen Katze noch ein langes Leben mit einer hohen Lebensqualität zu geben. ♡
In diesem Ratgeber möchte ich dir viele hilfreiche Infos an die Hand geben.
Inhaltsverzeichnis:
🐱 Was machen die Nieren überhaupt?
🐱 Mythos: Protein muss drastisch reduziert werden
🐱 Phosphat & Phosphatbinder
🐱 Welche Katzen entwickeln eine Nierenschwäche?
🐱 Welche Symptome zeigen Katzen mit chronischer Nierenerkrankung?
🐱 Symptome zeigen sich erst spät
🐱 Verlauf der Krankheit
🐱 Warum ein Blutbild allein nicht reicht: Urintest und Blutdruck!
🐱 Vorbeugung / Krankheit frühzeitig erkennen rettet Leben
🐱 Warum Nierenfutter oft „schlechte“ Zutaten hat
🐱 Deine Katze hat auffällige Nierenwerte?
🐱 Behandlung der CNE
🐱 Endstadium: Nierenversagen
Was machen die Nieren überhaupt?
Die Nieren im Katzenkörper übernehmen wie auch bei uns Menschen vielfältige Aufgaben.
Die wichtigste Aufgabe ist die Entgiftung. Die Nieren sind das Reinigungsorgan der Katze. Sie filtern das Blut und sorgen dafür, dass Giftstoffe und Stoffwechselendprodukte (also z. B. Harnstoff oder überschüssige Salze) über den Urin ausgeschieden werden.
Zudem regulieren sie das Säure-Base-Gleichgewicht und sorgen für einen ausgeglichenen Wasser- und Elektrolythaushalt (z. B. Natrium und Kalium) der Katze.
Wenn Nieren nicht mehr richtig funktionieren, können Schadstoffe nicht mehr abtransportiert werden und lagern sich im Katzenkörper ein. Diese Giftstoffe verursachen z.B. Übelkeit und Appetitlosigkeit oder auch Wunden im Mund. Bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen wird die Blutbildung gestört und es kann zu einem kompletten Organversagen kommen.😮
Nierenkranke Katzen fressen häufig schlecht und wenig. Je weniger die Katze frisst, desto mehr körpereigenes Protein wird abgebaut. Und das führt dazu, dass mehr harnpflichtige Stoffwechselprodukte anfallen und die Nieren belasten.
Miezen reagieren sehr empfindlich auf die Abbauprodukte des Eiweißstoffwechsels wie z.B. Harnstoff, die sich bei einer Vergiftung im Körper anreichern.
Durch die eingeschränkte Funktion der Nieren werden auch eigentlich benötigte Eiweiße (Proteine) über den Urin der Katze ausgeschieden. Dadurch entsteht ein Eiweißmangel.
Der Körper der Katze greift dadurch auf die noch vorhandenen Proteinreserven in den Muskeln zurück. Folglich baut die Katze enorm viel Muskelmasse und Kraft ab.
ℹ️ Katzen mit CNE haben dadurch oftmals einen erhöhten Eiweißbedarf. Es ist daher nicht der richtige Weg, Protein in der Fütterung drastisch zu reduzieren. Viel sinnvoller ist es, hochwertiges, tierisches Protein zu füttern.
⛔ Mythos: Protein muss drastisch reduziert werden
Diese Annahme ist veraltet.
In vielen Tierarztpraxen gehört die Empfehlung einer stark proteinreduzierten Fütterung mittels speziellem Industrie-Nierenfutter leider immer noch zum Standard-Protokoll.
Protein ist bei nierenkranken Tieren nicht das Problem, sondern es muss auf die Proteinqualität und den Phosphatgehalt in der Fütterung geachtet werden!
Protein sollte weiterhin in einer bedarfsgerechten Menge gefüttert werden, denn unsere Miezen sind als strikte Fleischfresser zwingend darauf angewiesen. Eine Reduktion von Phosphat im Futter lässt sich gut über die Auswahl hochwertiger, tierischer Zutaten erzielen, die von Natur aus ein optimales Phosphat-Protein-Verhältnis aufweisen.
Im Gegensatz zu Menschen oder Hunden haben Katzen einen sehr speziellen Stoffwechsel.
Sie sind evolutionär auf hochwertige, tierische Proteine und tierische Fette angewiesen. Pflanzliche Anteile sind lediglich als Ballaststoffquelle nützlich und sollten nur einen minimalen Teil der Fütterung ausmachen (ca. 5 %).
✅ Katzen benötigen tierisches Protein, da darin essentielle Aminosäuren enthalten sind und Protein selbstverständlich auch Energie liefert. Ebenfalls wichtig sind tierische Fette. Diese sind ein guter und einfacher Energielieferant und bringen wichtige Fettsäuren mit sich.
❌ Weder pflanzliche Proteine noch pflanzliche Fette sind für Katzen geeignet, da sie es kaum bzw. nur schlecht verstoffwechseln können.
❌ Industrielles Nieren-Diätfutter enthält in der Regel zu wenig Protein und wird von Katzen zudem häufig komplett verweigert. Da Katzen jedoch unbedingt regelmäßig und bedarfsdeckend fressen müssen, ist ein Industrielles Nieren-Diätfutte und daraus resultierender futterbedingter Hungerstreik hochgradig kontraproduktiv!
Bei Problemen mit den Nieren ist ein Futter mit niedrigem Proteingehalt also nicht der richtige Weg. Natürlich solltest du auch nicht unkontrolliert Unmengen an Eiweiß füttern.
Je nach Katze und Verlauf der Krankheit wird der Proteinanteil nicht künstlich hochgeschraubt, sondern exakt auf den natürlichen Erhaltungsbedarf angepasst und durch hochwertiges, tierisches Fett als sichere Energiequelle ergänzt.
Warum heißt es dann so häufig, dass Proteinreduziert gefüttert werden muss?
Wenn man in die Wissenschaft eintaucht, stellt man schnell fest: Frühe Studienergebnisse vom Menschen sowie aus Tierversuchen mit Laborratten aus den 1970er-Jahren wurden damals einfach ungeprüft auf die Katze übertragen. Doch renommierte veterinärmedizinische Studien (u.a. von Dr. Delmar Finco, Finco et al. (1992 & 1994)) haben schon vor Jahren bewiesen: Nicht das tierische Protein schädigt die Niere, sondern ein zu hoher Phosphatgehalt im Futter! Eine strikte Proteinreduktion ist bei Katzen biologisch nicht möglich, ohne den Körper zu schädigen.
Auch wenn beim Abbau von Protein ganz natürlich harnpflichtige Stoffwechselprodukte anfallen, die die Nieren belasten, ist eine Mangelernährung niemals die Lösung. Achte vielmehr genau darauf, welche Art von Protein du fütterst. Je verdaulicher das tierische Protein ist und umso optimaler die Zusammensetzung der Aminosäuren (z. B. durch schieres Muskelfleisch statt zähem Bindegewebe oder pflanzlichen Nebenerzeugnissen), desto weniger belastender „Abfall“ fällt letztendlich an, den die Niere ausscheiden muss.
😮 Durch eine zu geringe Proteinaufnahme kommt es zudem zum Muskelabbau und Gewichtsverlust. Dies schwächt die nierenkranke Katze zusätzlich und macht die Krankheit noch schlimmer.
☝️ Mein Rat an dich: Bitte füttere nicht einfach blind ein Futter, nur weil „Niere“ draufsteht, wenn es wenig Protein und vermutlich viele schlechte, schwer verdauliche Inhaltsstoffe liefert. Schau dir die Zutatenliste ganz genau an. Füttere hochwertig, fleischbasiert und schone die Nieren über die Qualität.
😍 Glücklicherweise gibt es inzwischen auch immer mehr Tierärzte, die diesen veralteten Mythos widerlegen und eine gute „Fütterungsempfehlungen bei Nierenerkrankungen der Katze“ teilen.
Phosphat & Phosphatbinder
Bei fast allen nierenkranken Katzen ist der Phosphatspiegel erhöht, da die kranken Nieren das überschüssige Phosphat nicht mehr ausreichend aus dem Körper filtern können, sodass es zu einem Phosphatanstieg im Blut kommt.
Phosphat kurz erklärt:
Phosphat ist in vielen Lebensmitteln enthalten und für Lebewesen ein unentbehrliches Mineral. Ein gesunder Körper reguliert seinen Phosphathaushalt selbst und sehr zuverlässig: Überschüssiges Phosphat wird einfach durch die Nieren über den Urin ausgeschieden.
Bei nierenkranken Katzen funktioniert dies nicht mehr richtig. Die geschädigten Nieren einer CNE-Katze können das überschüssige Phosphat nicht mehr ausreichend ausfiltern. Ein dauerhaft hoher Phosphatspiegel verursacht bei der nierenkranken Katze schwere verschiedene Beschwerden und treibt die Zerstörung der Nieren weiter voran.
Mit Phosphatbindern arbeitet man in der Regel, wenn der Phosphatgehalt der Katze im Blutbild erhöht ist. Je nach Katze und Futtermittel können sie aber auch bereits im Frühstadium sinnvoll eingesetzt werden. Da Phosphatbinder jedoch Nebenwirkungen haben können (z. B. Durchfall oder Verstopfung; bei calciumbasierten Bindern kann zudem der Calciumspiegel im Blut zu stark steigen), sollten sie nur in Absprache mit dem Tierarzt gegeben werden! Phosphatbinder sind Medikamente!
Vom Tierarzt bekommt man einen zur Katze und den Blutwerten passenden Phosphatbinder. Man gibt davon dann eine entsprechende Tagesdosis und teilt diese auf alle Fütterungen auf. Bei jeder Mahlzeit wird der Phosphatbinder also direkt unter das Futter gemischt. Der Binder bindet einen Teil des im Futter vorhandenen Phosphats bereits im Verdauungstrakt an sich, sodass es einfach mit dem Kot ausgeschieden wird. Dadurch gelangt deutlich weniger Phosphat in den Blutkreislauf und letztlich bei den Nieren an. Das entlastet die Nieren enorm und der Phosphatspiegel im Körper der Katze sinkt.
Es gibt verschiedene Arten von Phosphatbindern:
- Auf Aluminium basierende Binder
- Auf Calcium basierende Binder
- Auf Lanthan basierende Binder
Leider werden Phosphatbinder nicht von jeder Katze akzeptiert.
Näheres zur Auswahl und Dosierung besprichst du am besten individuell mit deinem Tierarzt.
⚠️Wichtig für den Therapieerfolg: Ein Phosphatbinder kann seine Arbeit nur dann leisten, wenn er konsequent zu wirklich jeder einzelnen Mahlzeit verabreicht wird. Da er das Phosphat direkt im Brei während des Verdauungsprozesses im Darm abfangen muss, bringt es leider kaum etwas, ihn nur einmal am Tag oder unabhängig vom Futter zu geben.
Update 2024: Catney® One ist ein relativ neuer Phosphatbinder und nutzt als Wirkstoff Lanthan-Carbonat (genauer gesagt ein modifiziertes Lanthancarbonat-Octahydrat). Lanthan ist ein extrem starker, hocheffizienter Phosphatbinder, der eine viel höhere Bindungskapazität besitzt als die alten Klassiker auf Calcium- oder Aluminiumbasis (wie ‚Ipakitine‘ oder ‚Pronefra‘). Der Hersteller wirbt deshalb damit, dass durch diese enorme Bindungskraft eine Gabe von ihrem Phosphatbinder am Tag reicht, weil das Lanthan extrem viel Phosphat auf einmal „wegfängt“.
Meine Meinung dazu: Auch wenn moderne Binder wie Catney® One extrem stark sind, ist es für den konstanten Schutz der Nieren meist dennoch der sicherere Weg, die Tagesdosis (wie vom Hersteller Catney® One ebenfalls vorgeschlagen) auf die Hauptmahlzeiten aufzuteilen. So wird das Phosphat bei jedem Fressen direkt im Futterbrei abgefangen und es entstehen keine „Schutzlücken“ über den Tag verteilt.
Das gestörte Gleichgewicht von Calcium und Phosphat
Normalerweise besteht im Körper ein sensibles Gleichgewicht zwischen Phosphat und Calcium. Nierenkranke Katzen haben, wie bereits erwähnt, einen Phosphatüberschuss im Körper. Dieser Überschuss führt im weiteren Verlauf dazu, dass auch die Calciumaufnahme massiv gestört wird.
Um das Ungleichgewicht auszugleichen, wird Calcium aus den Knochen freigesetzt. Dieses „freie“ Calcium wandert durch den Körper und kann sich in den Organen ablagern.
Das Fatale dabei: Lagert es sich in den Nieren ab, führt dies zu einer fortschreitenden Verkalkung des Gewebes, was die Nierenfunktion noch schneller zerstört. Zudem kann das Calcium vom Organismus nicht mehr dort genutzt werden, wo es eigentlich dringend gebraucht wird (wie z. B. in den Knochen).
Es ist daher lebenswichtig, bei den regelmäßigen Kontrollen die entsprechenden Blutwerte (Calcium, Phosphat etc.) immer parallel im Auge zu behalten.
💡 Unterschied Phosphor und Phosphat:
Phosphor ist das eigentliche, lebenswichtige Element. Die chemischen Verbindungen, in denen Phosphor im Körper und in Lebensmitteln vorkommt, heißen Phosphate. Phosphor liegt im Organismus fast ausschließlich in Form von Phosphat vor.
Die Begriffe Phosphor und Phosphat werden im Alltag oft synonym füreinander verwendet.
Die Bezeichnung Phosphat (bzw. Phosphatbinder) ist im Zusammenhang mit CNE-Katzen jedoch medizinisch korrekter.
Welche Katzen entwickeln eine Nierenschwäche?
Prinzipiell jede. Nicht nur ältere Katzen können Probleme mit den Nieren bekommen. Katzennieren sind evolutionär bedingt leider generell sehr anfällig.
Die Ursachen zur Entstehung einer chronischen Nierenerkrankung bei Katzen können sein:
- Zu wenig Wasser: Katzen sind von Natur aus schlechte Trinker, da sie als ehemalige Wüstentiere ihren Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich über Beutetiere decken. Abseits von ihrem Futter trinken sie in der Regel kaum. Daher ist vor allem die Fütterung mit Trockenfutter ein massives Problem für die Nierengesundheit.
- Qualitativ minderwertiges Futter: Futter, welches zu viele pflanzliche Stoffe enthält, belastet Nieren und Leber extrem, da der Körper mit schwer verdaulichen Stoffwechselendprodukten überflutet wird.
- Zu hohe Phosphatwerte im Fertigfutter
- Diabetes
- Schilddrüsenüberfunktion
- Zu hoher Blutdruck
- FORL / Zahnsanierungen: Bei Entzündungen im Kiefer wandern massenhaft Bakterien über die Blutbahn direkt in die Nieren und zerstören dort das Gewebe.
- Tumore
- Übergewicht
- Urologische Erkrankungen (z.B. Nierensteine oder Nierentzündungen)
- Vergiftungen
- Medikamente (Langzeitbelastung)
- Überimpfungen
- Häufige Narkosen und Narkosemittel
Bei Seniorenkatzen (ab 10-12 Jahren) tritt eine chronische Nierenerkrankung am häufigsten auf.
Ihre Nieren zeigen oft altersbedingte Verschleißerscheinungen, können Missstände nicht mehr so gut kompensieren oder es zeigen sich nun die Spätfolgen von Belastungen aus der Vergangenheit.
Auch wichtig für Dich zu wissen:
1) Die permanente, leichte Dehydration: Physiologisch bedingt wird der Urin über den Nieren- und Harnapparat der Katze extrem stark konzentriert. Die Urinmenge bei Katzen liegt pro Tag bei nur ca. 150 ml. Wenn Katzen nun nicht genug Wasser über ein hochwertiges Nassfutter zu sich nehmen, geraten sie schnell in einen Flüssigkeitsmangel. Nieren müssen jedoch immer gut durchgespült werden! Passt die Fütterung nicht, führt dieser Zustand schleichend zu CNE, Blasensteinen und schmerzhaften Harnwegserkrankungen. Auch Stress (z. B. langes Einhalten des Urins) begünstigt dies.
2) Jahrelange minderwertige Fütterung: Eine jahrelange Fütterung mit minderwertigem Futter (Trockenfutter, pflanzliche Proteine und andere unpassende Futterbestandteile) hat die Nieren und die Leber über lange Zeit unbemerkt extrem belastet. Im Seniorenalter zeigen sich dann die bitteren Spätfolgen..
3) Schadstoff-Ablagerungen: Die Belastung durch viele Medikamente, jährliche (oft unnötige) Impfungen und die häufige Gabe von chemischen Antiparasitika (wie z. B. regelmäßige Entwurmungen ohne vorherige Kotprobe) hinterlassen Spuren. Im Laufe eines Katzenlebens lagern sich viele Schadstoffe im Körper ab, die über die Nieren abgebaut werden müssen.
4) Der Teufelskreis aus Blutdruck und Niere: Die Nieren sind maßgeblich an der Regelung des Blutdrucks beteiligt. Eine Nierenschwäche und Bluthochdruck hängen daher fast immer zusammen! Eine chronische Nierenschwäche kann einen Bluthochdruck verursachen – umgekehrt zerstört ein zu hoher Blutdruck auf Dauer die empfindlichen Filter der Nieren. Wenn deine Katze also unter Bluthochdruck leidet, solltest du unbedingt die Nieren im Blick behalten und den Blutdruck regelmäßig schmerzfrei beim Tierarzt messen lassen.
5) Zahn-OP trotz CNE? Ja, unbedingt! Sollte deine nierenkranke Katze eine Zahn-OP (z. B. wegen FORL oder Parodontose) benötigen, sollte diese trotz des Narkoserisikos erfolgen. Vorausgesetzt natürlich, die Katze ist akut narkosefähig. Zum einen wird deine Katze dadurch endlich schmerzfrei und gewinnt massiv an Lebensqualität. Zum anderen belasten chronische Entzündungsherde im Maul die Nieren im Sekundentakt. Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass sich die Nierenwerte nach einer professionellen Zahnsanierung sogar wieder deutlich verbessert haben, weil der ständige Bakterienherd eliminiert wurde.
Wichtig: Eine Narkose sollte vom Tierarzt immer nach Nutzen und Risiko abgewogen werden. Suche am besten einen Fachtierarzt für Tierzahnheilkunde auf. Dieser kann die Narkose exakt auf die Nierenerkrankung abstimmen (z. B. durch eine Inhalationsnarkose und permanente Infusionen während der OP) und alle wichtigen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.
Unsichtbare Gefahren im Alltag
Äußerliche Einflüsse, die wir als Menschen verhinden können, werden oft übersehen und nicht als Ursache für Nierenprobleme wahrgenommen. Dabei können sich giftige Stoffe am Nierengewebe ansammeln und dieses irreparabel schädigen.
Hochgradig giftig für Katzen sind unter anderem:
Sehr viele Blumen- und Pflanzenarten: Wie z. B. Lilien (schon kleinste Mengen Blütenstaub führen zu akutem Nierenversagen!), Tulpen, Weihnachtsstern, Avocado und Buchsbaum. Giftige Pflanzen im Detail findest Du hier.
Medikamente aus der Humanmedizin: (z. B. Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin. Niemals der Katze geben!).
Frostschutzmittel: Schmeckt für Katzen kurioserweise süßlich und wird daher gern aufgeleckt, ist aber absolut tödlich.
Pestizide und Düngemittel
Welche Symptome zeigen Katzen mit chronischer Nierenerkrankung?
Leidet Deine Katze an einer chronischen Nierenerkrankung, kannst Du, je nach Stadium, typischerweise folgende Symptome feststellen:
Häufiges Urinieren: Die Toilettengänge werden deutlich häufiger und die Urinklumpen im Katzenklo merklich größer.
Vermehrtes Trinken: Die Katze sitzt plötzlich auffällig oft am Wassernapf oder trinkt an ungewöhnlichen Orten (z. B. am Wasserhahn).
Apathie und Schwäche: Deine Katze ist häufig müde, träge, schlapp und schläft viel mehr als sonst. Ihr fehlt sichtlich die Kraft.
Mäkeligkeit und Appetitlosigkeit: Deine Katze frisst kaum oder gar nicht mehr. Das Futter wird oft nur kurz beschnuppert und dann stehengelassen. Selbst die geliebten Leckerchen werden verschmäht.
Sehr viele Katzen, die das Futter verweigern tun das nicht, weil sie mäkelig sind, sondern weil ihnen aufgrund der Nierenproblematik einfach sehr übel ist.
Gewichtsabnahme & Muskelverlust: Die Katze verliert an Gewicht, wirkt „eingefallen“ und die Wirbelsäule sowie die Beckenknochen lassen sich deutlich spüren.
Fortschreitende Dehydration: Da die kranken Nieren den Urin nicht mehr konzentrieren können, scheidet die Katze mehr Wasser aus, als sie über das Trinken jemals aufnehmen kann. Sie trocknet schleichend von innen aus. Ist die CNE schon weit fortgeschritten und die Katze zu schwach, bricht das Trinkverhalten oft komplett ein.
Glanzloses, struppiges Fell: Das Fell verliert seinen Glanz, wirkt stumpf, ungepflegt oder steht struppig ab.
Mundgeruch / veränderter Körpergeruch (meist in fortgeschrittenen Stadien): Durch den Rückstau der Giftstoffe (wie Ammoniak und Harnstoff), die nicht mehr über den Urin ausgeschieden werden können, riecht die Katze aus dem Mäulchen oft stechend urämisch (ähnlich wie Urin oder Nagellackentferner).
⚠️Achtung bei Kaliummangel! (Unbedingt im Blutbild abklären lassen)
Nierenkranke Katzen scheiden oft zu viel Kalium über den Urin aus. Ein akuter Kaliummangel führt bei Katzen zu einem unsicheren, staksigen Gang (Ataxie), Problemen beim Springen und einem ganz typischen Symptom: der Unfähigkeit, den Kopf normal zu heben (Ventroflexion). Der Kopf hängt dann auffällig nach unten. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt kann hier ein spezielles Kaliumpulver oder -gel schnell und effektiv Abhilfe schaffen.
☝️ Die Kombination aus vermehrtem Wasserlassen und zeitgleichem, stark erhöhtem Trinken sind die beiden bekanntesten und häufigsten Frühwarnzeichen einer Nierenerkrankung. Wie eingangs beschrieben, zeigen sich diese Symptome im Alltag leider meist erst dann unübersehbar, wenn bereits der größte Teil des Nierengewebes unwiederbringlich zerstört ist.
Symptome zeigen sich erst spät
Vage Symptome wie „Meine Katze leckt ihren Napf nicht mehr aus“ ; „Meine Katze ist in letzter Zeit so träge“ ;“Meine Katze hat schon wieder Verstopfungen“ werden im ersten Moment verständlicherweise oft nicht mit einer lebensbedrohlichen Krankheit in Verbindung gebracht.
Besonders bei älteren Katzen werden Verhaltensänderungen wie „Meine Katze spielt nicht mehr“ fälschlicherweise als normale Alterserscheinung abgetan und heruntergespielt, obwohl sich dahinter eine ernste Erkrankung verbergen kann.
Es gibt bei einer chronischen Nierenerkrankung bei Katzen keine eindeutig klaren und definierten Ursachen und Symptome. Zudem überschneiden sich viele Anzeichen mit ganz anderen Krankheitsbildern. Bei der Kombination aus vermehrtem Trinken und häufigem Wasserlassen solltest du jedoch sofort hellhörig werden!
😿 Gerade weil Katzen uns instinktiv so selten zeigen, wenn es ihnen schlecht geht, ist die Gefahr riesig, dass wir eine CNE im Anfangsstadium komplett übersehen. Man muss daher als Halter auf die ganz kleinen, unscheinbaren Nuancen im Verhalten achten. Eine jährliche Vorsorgeuntersuchung inklusive eines umfassenden Blutbildes beim Tierarzt ist hierfür der einzige verlässliche Schutz.
Deine Katze zeigt in der Regel erst dann deutliche Symptome, wenn bereits zwei Drittel (65–75 %) des Nierengewebes unwiederbringlich zerstört sind. Deshalb bricht die chronische Nierenerkrankung für uns oft so schockierend und scheinbar „aus dem Nichts“ über uns herein – dabei hat sie sich über Monate oder gar Jahre klammheimlich und unbemerkt im Körper entwickelt.
Daher solltest Du als verantwortungsbewusste/r und fürsorgliche/r Katzenmama / Katzenpapa bereits auf Kleinigkeiten Acht geben, die jährliche Vorsorge im Kalender fest verankern und im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig für einen Check-up zum Tierarzt fahren.
Verlauf der Krankheit
Die chronische Nierenerkrankung bei Katzen wird international in vier Stadien (nach der International Renal Interest Society, kurz IRIS) unterteilt, die Tierärzten und Haltern zur Orientierung dienen:
Stadium 1) Deine Katze hat bereits eine chronische Nierenerkrankung, sie wirkt aber weiterhin gesund und zeigt normalerweise keine Symptome. Die Nierenfunktion ist zwar bereits eingeschränkt, die Nieren sind aber noch in der Lage die Schäden zu kompensieren. Der Kreatininwert im Blutergebnis kann noch im Normalbereich liegen, der SDMA-Wert ist aber oft erhöht. Eine Harnuntersuchung ist jetzt zur weiteren Diagnostik unerlässlich. Im Ultraschall kann man eventuell bereits erste Veränderungen des Nierengewebes erkennen.
Kreatinin Wert nach IRIS Staging < 140 µmol/l bzw. < 1,6 mg/dl
SDMA Wert < 18 µ/dl
Anhaltend erhöhte SDMA-Konzentration im Blut (>14 µg/dl) kann zur Diagnose verwendet werden.
Deine Katze sollte bei den Blutabnahmen nüchtern sein, um keine Werte zu verfälschen!
Stadium 2) Da die Nierenerkrankung bereits fortgeschritten ist, zeigen manche Katzen nun erste, dezente Krankheitsanzeichen. Sie trinken etwas mehr und setzen größere Mengen Urin ab. Einige Miezen beginnen, am Futter zu mäkeln. Im Blutergebnis sieht man nun einen erhöhtem, aber noch milden Kreatinin-Wert.
Kreatinin Wert 140 – 250 µmol/l bzw. 1.6 – 2.8 mg/dl.
SDMA Wert 18-25 µ/dl
Stadium 3) Da bereits rund zwei Drittel der Nierenfunktion ausgefallen sind (die Nieren arbeiten nur noch mit ca. 25 % ihrer Kapazität), treten nun deutliche und massive Krankheitsanzeichen auf. Von Katze zu Katze können die Symptome sehr unterschiedlich und wechselhaft ausfallen.
Kreatinin Wert nach IRIS Staging liegt inzwischen über 250 µmol/l bzw. 2,9 – 5,0 mg/dl.
SDMA Wert 26-38 µ/dl
⚠️ Die Mutmach-Nachricht: Selbst bei einem Befund in Stadium 3 ist es durch eine gut abgestimmte, artgerechte Ernährung und die passenden Zusätze oft noch möglich, die Katze gesundheitlich so stabil zu bekommen, dass sie im Blutbild wieder in Stadium 2 eingeordnet werden kann! Daran siehst du, wie mächtig die richtige Fütterung ist. (Industrielles Trockenfutter und minderwertiges Nieren-Diätfutter sind hiermit ausdrücklich nicht gemeint!)
Stadium 4) Nierenversagen im Endstadium. Der Katzenkörper ist inzwischen stark durch die eigenen Stoffwechselabfälle vergiftet (Urämie). Es treten schwere Symptome und in der Regel totale Futterverweigerung auf.
Der Kreatinin-Wert liegt bei über 440 µmol/l bzw. über 5,0 mg/dl.
SDMA-Wert > 38 µg/dl
In Stadium 4 kann man die Krankheit meist leider nicht mehr aufhalten. 😥 Hier geht es nicht mehr um Therapie, sondern rein um Palliativmedizin: Wie fühlt sich deine Katze? Hat sie Schmerzen oder Übelkeit? Du solltest ihr die verbleibende Zeit so angenehm und behütet wie nur möglich machen
ℹ️ Der Grad des Fortschreitens und die Schwere der Krankheit kann sich von Katze zu Katze deutlich unterscheiden.
❕Es sollten zusätzlich immer auch Blutdruckwerte genommen + der Urin untersucht werden!
[Hinweis: Die hier genannten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Blutbefundes verwendet werden und ersetzen keine Konsultation mit einem Tierarzt. Referenzwerte unterscheiden sich von Labor zu Labor!]
Hier findest du die Stadien und Zahlen nochmal in einer hilfreichen Grafik.
Warum ein Blutbild allein nicht reicht: Urintest und Blutdruck!
Um eine Katze sicher in eines dieser Stadien einzuordnen und die passende Therapie zu finden, reicht ein Blick auf das Blutbild niemals aus! Ein leicht erhöhtes Kreatinin kann nämlich auch durch simple Dehydration (Flüssigkeitsmangel) oder eine Entzündung im Körper (z. B. an den Zähnen) entstehen. Eine wasserdichte Diagnose ist erst nach umfangreicher Diagnostik mögllich:
Das Blutbild: Kreatinin, Harnstoff, Elektrolyte wie Phosphat und der Frühwert SDMA .
Der Urintest (Die wichtigste Frühwarnung): Hier muss der Tierarzt das spezifische Gewicht des Urins messen (um zu sehen, ob die Nieren den Urin überhaupt noch konzentrieren können) sowie das Protein-Kreatinin-Verhältnis (UPC) im Urin bestimmen. Scheidet die Katze bereits Proteine über den Urin aus, sieht man den Nierenschaden hier oft schon, bevor das Blutbild ausschlägt.
Die Blutdruckmessung: Die Nieren sind das Hauptsteuerorgan für den Blutdruck. Sind sie krank, steigt der Blutdruck bei Katzen oft massiv an. Das Gefährliche: Man sieht es Katzen nicht an! Ein unentdeckter Bluthochdruck zerstört im Teufelskreis die verbliebenen, gesunden Nierenfilter im Rekordtempo und kann im schlimmsten Fall zu plötzlicher, irreparabler Erblindung führen. Eine Blutdruckmessung beim Tierarzt ist völlig schmerzfrei (per kleiner Manschette am Schwanz oder Pfötchen), rettet aber Leben und entscheidet darüber, ob die Katze einen Blutdrucksenker braucht.
Chronische Nierenerkrankung bei Katzen: Vorbeugung / Krankheit frühzeitig erkennen rettet Leben
Je eher eine chronische Nierenerkrankung diagnostiziert wird, desto besser stehen die Überlebenschancen und die Lebensqualität für deine Katze. Garantiert vorbeugen und komplett ausschließen, dass deine Mieze im Laufe ihres Lebens eine Nierenschwäche entwickelt, kannst du leider trotz aller Vorsorge nicht – dafür sind die Katzennieren genetisch und evolutionär schlicht zu anfällig.
Aber durch die richtigen, einfach umsetzbaren Maßnahmen und ein geschärftes Auge reduzierst du das Risiko einer Erkrankung erheblich bzw. kannst zu einer perfekten gesundheitlichen Stabilisierung beitragen:
1. Achte auf die kleinsten Veränderungen!
Selbst scheinbare Kleinigkeiten sollten von dir aufmerksam beobachtet werden. Wenn deine Katze sich z.B. immer mal wieder erbricht oder sich zurückzieht, stell sie bitte dem Tierarzt deines Vertrauens vor. Beim täglichen Kontakt mit deiner Mieze solltest du vor allem stets ein Auge darauf haben, ob sie auffällig oft am Wassernapf sitzt oder ob die Urinklumpen in den Katzentoiletten merklich größer werden. Beides sind die klassischen, unübersehbaren Alarmzeichen für Nierenprobleme.
2. Regelmäßige Gesundheits-Check-ups!
Vor allem ältere Katzen (ab 7 Jahren) sollten 1-2 x im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung in die Tierarztpraxis und zwar ausdrücklich auch dann, wenn deine Katze nach außen hin vollkommen gesund und munter wirkt! Denn wie wir gelernt haben: Auch absolut symptomfreie Katzen können bereits schwer nierenkrank sein. Bei jedem Besuch sollte Deiner nüchternen (!) Katze Blut entnommen werden. Durch eine Blutuntersuchung kann erkannt werden, ob alle Werte unaufällig sind. Diese jährlichen Vorsorgeuntersuchungen sind unerlässlich. Durch Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten kann eine Katze oftmals vor einem akuten Nierenversagen gerettet werden.
Verlasse dich bei der Vorsorge niemals allein auf ein Blutbild! Ein leicht erhöhtes Kreatinin kann auch durch bloßen Flüssigkeitsmangel oder eine Entzündung im Körper entstehen. Für eine wasserdichte Diagnose braucht der Tierarzt immer drei Bausteine:
Säule 1: Das Blutbild (Kreatinin, Harnstoff, Elektrolyte und der Frühwert SDMA).
Säule 2: Der Urintest: der Urin sollte auf folgende Parameter getestet werden:
Spezifisches Gewicht (U-SG), pH-Wert, Protein (Eiweiß), Protein-Kreatinin-Quotient (UPC), Glukose (Zucker), Blut / Hämoglobin / Erythrozyten, Nitrit / Leukozyten und Bilirubin.
Säule 3: Die Blutdruckmessung: Die Nieren regulieren den Blutdruck. Ist die Niere krank, steigt der Blutdruck oft massiv an. Das zerstört im Teufelskreis die restlichen Nierenfilter noch schneller und kann im schlimmsten Fall zu plötzlicher Erblindung führen.
Zur zusätzlichen Sicherheit: Ein Ultraschall der Nieren zeigt dem Tierarzt zudem sofort die Organstruktur und ob z. B. Zysten, Nierensteine oder Gewebeveränderungen vorliegen.
3. Die Fütterung von hochwertigem Futter
Minderwertiges Futter solltest du deinen Katzen grundsätzlich nicht anbieten. Einer nierenkranken Katze erst recht nicht! Billigfutter enthält leider oft minderwertige Abfälle aus der Fleischindustrie, jede Menge künstliche Lockstoffe und einen viel zu hohen Anteil an pflanzlichen Inhaltsstoffen.
Bei pflanzlichen Proteinen (die in minderwertigem Futter gern als billiger Proteinersatz genutzt werden) ist nicht nur die biologische Verdaulichkeit für einen reinen Fleischfresser sehr schlecht, sondern die Niere und die Leber werden durch die schweren Umwandlungsprozesse und die Masse an anfallenden Abfallstoffen extrem stark belastet. Minderwertiges Futter befeuert und verschlimmert eine Nierenschwäche also massiv.
Nur durch eine biologisch artgerechte, angepasste Ernährung können die Nieren deiner Miez hocheffektiv geschont werden. Nierenkranke Katzen benötigen zweifellos eine spezielle Unterstützung. Aber eben kein fertiges Nieren-Diätfutter, welches man im Supermarkt, im Zoohandel oder leider auch beim Tierarzt kaufen kann. Dieses weist in der Regel eine erschreckend schlechte Zutatenqualität auf und strotzt oft nur so vor Getreide und pflanzlichen Nebenerzeugnissen. Die Hersteller versprechen zwar einen „reduzierten Proteingehalt“ aber wie du weiter oben im Detail erfahren hast, ist dieser drastische Proteinmangel für einen strikten Fleischfresser der biologisch falsche Weg und führt geradewegs in den gefährlichen Muskelabbau. Füttere stattdessen hochwertig, fleischbasiert und entlaste die Organe gezielt mit modernen, medizinischen Zusätzen!
Du kennst ein gutes Diätfüttermittel für nierenkranke Katzen? Lass es mich wissen!
Trockenfutter ist ein absolutes No Go, da es kaum Feuchtigkeit hat und die Nieren dadurch + durch zu viele ungeeignete Zutaten enorm belastet! Leider wird immer noch zu häufig Trockenfutter bei Nierenproblemen gefüttert. Doch davon kann ich Dir nur abraten. Du solltest Miezi unbedingt auf ein hochwertiges Feuchtfutter oder auf Selbst kochen oder BARF umstellen.
Tierärztin Lisa A. Pierson schreibt auf ihrer Website, dass kein Zweifel daran besteht, dass Trockenfutter für weit mehr (…) Krankheiten verantwortlich ist, als den meisten Tierärzten und Katzenbesitzern bewusst ist.
I have no other word for dry ‘renal’ diets other than “atrocious” (Deutsch: Ich habe kein anderes Wort für „Nierentrockenfutter“ als „grauenhaft“)
Ebenso sprechen sich glücklicherweise auch andere tierärztliche Experten inzwischen gegen Trockenfutter aus.
Warum Nierenfutter oft „schlechte“ Zutaten hat
Phosphat steckt natürlicherweise in hoher Konzentration in Muskelfleisch und Innereien, also genau in dem, was Katzen eigentlich fressen müssen. Um den Phosphatwert im speziellen Nieren-Diätfutter für die Laborwerte drastisch zu senken, ersetzen Hersteller das Fleisch durch phosphorarme, pflanzliche Füllstoffe (wie Reis, Mais oder Soja). Das Futter passt dann zwar rechnerisch, ist aber für einen Fleischfresser biologisch minderwertig und im Darm schwer verdaulich.
Weil Phosphat und Salz natürliche Geschmacksträger sind, schmeckt nierenfreundliches Diätfutter oft wie Pappe. Daher tricksen Hersteller oft mit Zuckerarten oder Karamell. Diese karamellisieren bei der Herstellung und erzeugen intensive Röstaromen. Die Katze schmeckt den Zucker zwar biologisch nicht, riecht aber das Aroma und frisst (meistens).
Für den Blutzucker (Stichwort Diabetes) ist das auf Dauer allerdings ein gefährliches Spiel. Manche Diätfutter kommen ohne Zucker aus. Dieses Futter wird häufig von Katzen nicht akzeptiert, da es keinen Geschmack hat.
Es ist enorm wichtig, dass deine Katze gut frisst!
Wenn Miezi ihr Futter nicht essen will, ist das ein Problem. Wenn eine Katze hungert, stoppt ihr Stoffwechsel nicht einfach den Eiweißabbau. Stattdessen fängt der Körper an, die eigene Muskelmasse radikal zu verbrennen. Bei diesem Muskelabbau entstehen große Mengen an neuen Abfallstoffen (wie Kreatinin), die die ohnehin geschwächten Nieren im Eiltempo komplett überlasten. Die Katze vergiftet sich im Hungerzustand quasi selbst von innen heraus! Zudem bewirkt ein Abbau von Muskelmasse weitere massive Schwäche und der Katze droht schon nach 24 bis 48 Stunden ohne Futter eine lebensgefährliche Leberverfettung (Hepatische Lipidose).
Die moderne und artgerechte Alternative zu Diätfutter:
Statt den Körper einer ohnehin geschwächten Katze mit den schwer verdaulichen, pflanzlichen Proteinen und Kohlenhydraten eines industriellen Diätfutters zu belasten, setzen immer mehr Experten auf einen biologisch sinnvolleren Weg: Füttere konsequent ein gewohnt hochwertiges, zucker- und getreidefreies Nassfutter mit hoher Proteinqualität. Um die Niere dennoch optimal zu schützen, arbeitet man (immer in enger Absprache mit dem Tierarzt und basierend auf den aktuellen Blutwerten!) gezielt mit Zusätzen:
Porus One: Nimmt Vorstufen urämischer Toxine im Darm der Katze auf. Es kann oft schon frühzeitig eingesetzt werden.
Ein passender Phosphatbinder: Kommt erst nach klarer tierärztlicher Indikation zum Einsatz, sobald der Phosphatspiegel im Blut nachweislich ansteigt (meist ab IRIS-Stadium 3).
Durch diese gezielte Kombination wird die Niere entlastet. Zeitgleich bleibt der Katze die biologisch notwendige Protein-Power vollständig erhalten. Und das ist überlebenswichtig: Hochwertiges Eiweiß bewahrt deine Katze nämlich nicht nur vor Muskelabbau, sondern hält auch ihr Immunsystem stark und sichert die Funktion lebenswichtiger Enzyme und Hormone.
Zu dem Thema „Was ist wirklich gutes Katzenfutter“ habe ich einen Artikel geschrieben, den du zusätzlich bestimmt hilfreich findest.
Was tun, wenn die Katze nicht frisst?
Wenn deine Katze gar nicht mehr gut fressen sollte, finde gemeinsam mit deinem Tierarzt sofort heraus, woran es genau liegt. Vielen Nierenkatzen ist schlicht dauerübel (durch den Rückstau der Giftstoffe) oder sie leiden u.a. unter schmerzhaften Magengeschwüren.
Der Geheimtipp für den Notfall: Als effektive temporäre Maßnahme kannst du deinen Tierarzt auf das Medikament ‚Mirataz‘ ansprechen. Das ist eine spezielle Salbe, die einfach in die Innenseite des Katzenohrs einmassiert wird und bei vielen Katzen den Appetit innerhalb kurzer Zeit massiv anregt. Aber Achtung: Sie dient als reine Erste Hilfe, damit die Katze überhaupt wieder anfängt zu fressen, und ersetzt niemals die Ursachenbekämpfung (wie Anti-Übelkeit-Mittel, Infusionen oder Vitamin-B12-Spritzen)!
💧 Ausreichend Trinkwasser anbieten (Wassermanagement)
Dein Stubentiger sollte immer ausreichend Wasser zur Verfügung haben, um die Reinigungsfunktion der Nieren zu unterstützen. Die Nieren müssen jetzt nicht nur geschont sondern auch regelrecht durchgespült werden. Biete in Deinem Haushalt mehrere Wasserstellen abseits der Futternäpfe an. Für trinkfaule Kätzchen eignet sich ein Trinkbrunnen, da fließendes Wasser den Urinstinkt zum Trinken animiert.
(Zum Thema „Wassermanagement“ habe ich übrigens einen seperaten, ausführlichen Artikel geschrieben.)
⚠️ Subkutane Infusionen für zu Hause
Nierenkranke Katzen benötigen in der Regel zusätzliche Flüssigkeit über Infusionen, da sie sonst zu stark austrocknen. Sprich mit deinem Tierarzt über Infusionslösungen zur Flüssigkeitstherapie, die du selbst zuhause unter die Haut geben kannst. Ob und wie oft das nötig ist, hängt ganz individuell von deiner Katze und dem Krankheitsstadium ab. Manche Katzen bekommen täglich eine kleine Menge subkutaner Infusionen, andere zweimal die Woche. Diese Infusionen spenden der Katze nicht nur lebenswichtige Flüssigkeit, sondern haben gleichzeitig eine dialytische, also blutreinigende Wirkung. Sie helfen den geschwächten Nieren hocheffektiv dabei, die Schadstoffe aus dem Körper zu schwemmen.
Hinweis: Herzkranke Katzen dürfen Infusionen aufgrund der Belastung für den Kreislauf nur nach ganz strikter Abklärung und Dosierung durch den Tierarzt erhalten!
Weitere wichtige Alltagstipps:
Regelmäßiges Spielen: Neben der richtigen Ernährung hilft auch regelmäßiges, angepasstes Spielen als Vorbeugung und zur Aufrechterhaltung der Fitness. Auch alte Katzen spielen noch leidenschaftlich gern! Selbstverständlich solltest du deine Katze niemals zwingen und ihren aktuellen Allgemeinzustand immer berücksichtigen.
Schutz vor Haushaltsgiften: Sichere deine Wohnung konsequent ab und verbanne alle ungeeigneten Blumen und giftigen Pflanzen.
Keine blinden Impfungen und Wurmkuren mehr: Auf Routine-Impfungen und die pauschale Gabe von chemischen Wurmkuren oder anderen Antiparasitika (Spot-ons etc.) solltest du bei deiner nierenkranken Katze verzichten, sofern keine akute, dringende Indikation vorliegt! Diese Mittel müssen alle über die Nieren abgebaut werden und belasten das kranke Gewebe enorm. Lass stattdessen bei Verdacht lieber eine Sammelkotprobe im Labor untersuchen, bevor du blind Chemie in die Katze gibst.
Konsequente Gewichtskontrolle! Wiege deine Katze regelmäßig (optimalerweise einmal pro Woche zur selben Zeit) und notiere dir das Gewicht. Es ist überlebenswichtig, dass deine Katze regelmäßig frisst, ihr Gewicht hält und so viel Muskelmasse wie möglich behält.
💡 Tipp: Rechne die Gewichtsveränderung immer in Prozent aus! Ein Verlust von scheinbar winzigen 200 Gramm klingt bei einem Menschen nach nichts, bei einer 4-kg-Katze sind das aber bereits bedrohliche 5 % des gesamten Körpergewichts. Durch die Prozentrechnung erkennst du einen gefährlichen Abwärtstrend sofort, lange bevor er dir optisch auffällt.
Deine Katze hat auffällige Nierenwerte?
Bei einer Blutuntersuchung werden bei Verdacht auf eine Nierenerkrankung vor allem zwei klassische Werte gemessen: Harnstoff (im Laborbefund oft auch als BUN ausgewiesen) und Kreatinin.
Wenn diese beiden Indikationswerte sowie eventuell auch das Phosphat im Blut erhöht sind, liegt der Verdacht auf eine akute oder chronische Nierenerkrankung nahe.
Aufschluss über das genaue Ausmaß und die Abgrenzung zu anderen Krankheiten geben jedoch immer nur die Kombination aus Blutbild, einer gründlichen Harnuntersuchung, einem Ultraschall sowie der genauen Symptombeobachtung.
❗ Zur Erinnerung: Harnstoff und Kreatinin schlagen im Blutbild in der Regel erst dann Alarm, wenn bereits der Großteil der Nieren irreversibel geschädigt ist.
SDMA-Wert
Seit einiger Zeit gibt es glücklicherweise einen sensiblen Frühwert, der oft schon anschlägt, wenn sich die Katze noch in Stadium 1 befindet. Der sogenannte SDMA-Wert (Symmetrisches Dimethylarginin) kann eine Nierenfunktionsstörung wesentlich früher und damit meist rechtzeitig anzeigen.
ℹ️ Aber Vorsicht: Der SDMA-Wert ist leider nicht zu 100 % zuverlässig, da er als Entzündungsmarker auch bei anderen Baustellen im Körper ausschlagen kann, wie z. B. bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder massiven Zahnproblemen ( FORL). Er ist dennoch ein extrem relevanter Marker, den man beim geriatrischen Blutbild immer zwingend mit abfragen sollte. Bei einem erhöhten SDMA-Wert gilt: Bitte immer auch sofort die Zähne gründlich checken lassen!
Was tun im Frühstadium? Wenn Kreatinin erhöht, aber Phosphat noch normal ist
Das Kreatinin ist häufig im Frühstadium leicht erhöht, die Urinprobe zeigt eventuell erste Schwächen, aber das Phosphat im Blut ist noch vollkommen im grünen Bereich.
Ein chemischer Phosphatbinder wäre jetzt nicht noch nicht angebracht, da er den Phosphatspiegel in ein Ungleichgewicht verschieben würde.
Wähle ein hochwertiges Nassfutter, dass einen geringen bis moderaten Phosphatgehalt aufweist. Das Futter sollte z.B. kein bindegewebsreiches, minderwertiges Fleisch (Euter, Lunge, Schlund), Innereien wie Niere/Leber in großen Mengen und Fleischknochenmehl enthalten.
Unterstützend darf, nach Rücksprache mit deinem Tierarzt, Porus One einbezogen werden, um die Niere von den täglichen Eiweiß-Abfallstoffen zu entlasten.
Der erste Schritt: Die Futterumstellung
Sollte Deine Katze auffällige Nierenwerte haben, steht nach der tierärztlichen Abklärung die Fütterung an oberster Stelle. Am besten ziehst du hierfür neben deinem Tierarzt einen geschulten Ernährungsberater für Katzen hinzu. Deine Samtpfote sollte ab sofort ausschließlich hochwertiges, gut verdauliches Nassfutter oder eine perfekt abgestimmte Rohfütterung (BARF) oder gekochte Fütterung fressen.
Spezielles Nieren-Diätfutter aus dem Fachhandel oder vom Tierarzt sollte aufgrund der minderwertigen Zusammensetzung nur in absoluten Ausnahmefällen (z. B. bei totaler Verweigerung von allem anderen) genutzt werden.
Mein Tipp: Wenn selbst kochen oder BARF für dich im Alltag nicht infrage kommen, ist der konsequente Umstieg auf ein hochwertiges, getreide- und zuckerfreies Nassfutter der beste Weg. Der große Vorteil: Dieses Futter dürfen und können auch alle anderen, gesunden Katzen in deinem Mehrkatzenhaushalt problemlos mitfressen.
Phosphatbinder: Wie weiter oben ausführlich beschrieben, musst du dem Futter je nach Blutwerten eventuell einen Phosphatbinder untermischen. Dies wird meistens ab dem IRIS-Stadium 3 oder 4 notwendig, sobald der Phosphatspiegel im Blut nachweislich steigt. Im frühen Stadium der CNE werden bei normalem Phosphatwert im Blut noch keine Phosphatbinder gegeben.
Besprich den optimalen Binder und die Dosierung immer individuell für deine Katze mit deinem Tierarzt.
Nichts erzwingen! Bitte erzwinge eine Futterumstellung niemals. Es bringt überhaupt nichts, wenn deine Katze das neue, gesunde Futter nicht anrührt. Eine hungernde Katze riskiert binnen 24–48 Stunden eine lebensgefährliche hepatische Lipidose (Fettleber). Wäge also immer achtsam ab, welcher Weg für deine Mieze stressfrei funktioniert.
❗ Bei nierenkranken Katzen sollten in regelmäßigen Abständen (je nach Stadium alle 3 bis 6 Monate) Kontroll-Blutbilder gemacht, Urinproben im Labor untersucht und der Blutdruck schmerzfrei gemessen werden. Nur so kannst du die Therapie rechtzeitig anpassen!
Behandlung der CNE
Wenn die Nierenschädigung deiner Katze gründlich diagnostiziert wurde, gilt es, maßgeschneiderte therapeutische Maßnahmen zu ergreifen. Da jede Katze die CNE anders verkraftet, muss die Therapie individuell auf das aktuelle Befinden deiner Mieze abgestimmt werden. Neben einer unterstützenden Flüssigkeitstherapie (Infusionen) kommen gezielte Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente zum Einsatz.
Spezifische Medikamente, die eine CNE komplett heilen könnten, gibt es leider nicht. Aber die moderne Tiermedizin bietet gute Möglichkeiten, um die Begleiterscheinungen erfolgreich zu lindern und das Fortschreiten massiv zu bremsen:
- SUC-Therapie: Ein bewährtes, biologisches Komplexmittel der Firma Heel (Solidago, Ubichinon, Coenzym), das die Funktion der verbliebenen Nierenzellen unterstützen kann.
- Porus One: Das innovative Ergänzungsfuttermittel ist kein Phosphatbinder! „Porus one* besteht aus winzigen, geschmacksneutralen Kügelchen, die wie ein gezielter Staubsauger im Darm ausschließlich die giftigen Abfallstoffe (Urämietoxine) aufsaugen, die ganz natürlich nach der Verdauung von gesundem Eiweiß übrig bleiben. Das lebenswichtige Eiweiß selbst wird davon überhaupt nicht berührt und kann weiterhin komplett für den Muskelaufbau der Katze genutzt werden, während die Nieren durch den abgefangenen „Müll“ enorm entlastet werden. Die Kügelchen (sie sehen aus wie ein schwarzes Pulver) werden einfach 1x täglich unter das gewohnte Futter gemischt.
Wichtig für die Gabe: Während Porus One zu normalen Medikamenten einen zeitlichen Abstand von zwei Stunden einhalten muss, um deren Wirkung nicht zu beeinträchtigen, gilt das für Phosphatbinder nicht. Sie können ohne Bedenken gleichzeitig mit Porus One gegeben werden. - Medikamente gegen Proteinurie: Wenn die Katze Proteine über den Urin verliert (Säule 2 der Diagnose, siehe oben), kommen oft sogenannte ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten (wie z. B. Semintra) zum Einsatz, um den Druck in den Nierenfiltern zu senken.
- Blutdrucksenker: Leidet die Katze unter nachgewiesenem Bluthochdruck, wird sie auf einen Blutdrucksenker (wie z. B. Amodip) eingestellt.
- Magenschutz & Antiemetika: Bei nierenbedingter Übelkeit und Erbrechen helfen Medikamente wie Cerenia oder spezielle Magenschutzmittel, damit die Katze wieder schmerzfrei Appetit bekommt.
- Eisenpräparate: Werden eingesetzt, wenn die geschädigte Niere nicht mehr genug Hormone für die Blutbildung produziert und eine Anämie (Blutarmut) droht.
- Je nach weiterem Verlauf kann der Tierarzt weiterführende Medikation verordnen.
❗ Medikamente & Ergänzungsmittel dürfen nur nach Rücksprache mit deinem Tierarzt verabreicht werden!
Die Fütterung ist das Fundament!
Das Wichtigste bleibt jedoch: Ohne eine strikt angepasste, artgerechte Ernährung helfen auch die besten Medikamente nicht! Die Fütterung ist die absolute Basis, um eine nierenkranke Katze dauerhaft zu stabilisieren. Trockenfutter ist in diesem Zusammenhang pures Gift und macht eine CNE durch den Feuchtigkeitsentzug nur noch schlimmer. Im besten Fall hast du deinen Liebling schon in gesunden Jahren hochwertig und artgerecht ernährt, dann musst du jetzt nur noch an ein paar kleinen Stellschrauben drehen!
Eine erfolgreiche Behandlung beruht darauf, eine weitere Verschlechterung der Nierenfunktion so weit wie möglich hinauszuzögern. Ich empfehle dir an dieser Stelle dringend, zusätzlich zum behandelnden Tierarzt einen spezialisierten Ernährungsberater zu Rate zu ziehen.
Deine Checkliste für das optimale Futter bei CNE:
- Maximale Feuchtigkeit: Ausschließlich hochwertiges Nassfutter, selbstgekochtes Futter oder BARF. Kein Trockenfutter!
- Hochwertiges, tierisches Eiweiß: Eine drastische Eiweißreduktion führt in den Muskelabbau und zu einer Mangelernährung. Setze auf leicht verdauliches Muskelfleisch statt minderwertige Nebenerzeugnisse.
- Deckung des Energiebedarfs: Da Nierenkatzen oft Gewicht verlieren, kann der Energiebedarf gut und nierenfreundlich über zusätzliche, hochwertige tierische Fettquellen gedeckt werden.
- Geringer Phosphatgehalt: Erreicht durch sorgfältig ausgewählte, tierische Zutaten. Auf die Fütterung von Knochen (beim BARFen) muss wegen des extrem hohen Phosphatgehaltes ab sofort komplett verzichtet werden!
- Gezielte Zusätze: Der Einsatz von entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren (z. B. durch hochwertiges Lachsöl) unterstützt das verbliebene Nierengewebe.
- Ausgleich von Vitaminverlusten: Da nierenkranke Katzen viel Urin absetzen, werden wasserlösliche Vitamine (insbesondere B-Vitamine) massiv aus dem Körper geschwemmt. Diese müssen dem Futter über einen längeren Zeitraum wieder kontrolliert hinzugefügt werden.
- Perfekte Mineralstoff-Verhältnisse: Ein optimales Calcium-Phosphat-Verhältnis sowie ein ausgewogenes Natrium-Kalium-Verhältnis sind Pflicht. Beim BARFen oder Selberkochen hast du hierüber die perfekte Kontrolle., bei Fertigfutter ist das leider nur schwer möglich. Ein individueller Fütterungsplan vom Profi wirkt hier oft Wunder.
- Eventuell mit zugesetzten Phosphatbindern (Nur nach Absprache mit dem Tierarzt) arbeiten. In Stadium 1 und 2 ist das Thema Phosphat und Phosphatbinder noch nicht so relevant wie in Stadium 3 und 4.
☝️ Und noch einmal, weil es so unendlich wichtig ist: Erzwinge die Futterumstellung niemals. Es ist in einer Krisenphase tausendmal wichtiger, dass deine Katze überhaupt irgendetwas frisst, als dass sie vor einem vollen Napf mit gesundem Futter oder Futter mit Phosphatbinder (ver-)hungert.
🖤Endstadium: Nierenversagen
Wenn Deine Katze schwere Symptome wie Apathie, enorme Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, massiver Gewichtsverlust oder plötzliche Blindheit (welche durch den nierenbedingten Bluthochdruck ausgelöst werden kann) zeigt, darfst du keinen Tag vergehen lassen. Fahre bitte sofort in die nächste Tierklinik!
Sollte bei deiner Katze ein akutes Nierenversagen oder das finale Endstadium der CNE diagnostiziert werden, wird dein Katzenkind sehr wahrscheinlich stationär aufgenommen, um über dauerhafte Veneninfusionen intensiv durchgespült und stabilisiert zu werden.
Sobald die Ärzte die Katze so weit stabilisiert haben, dass es medizinisch vertretbar ist, hol dein Katzenkind baldmöglichst nach Hause. Sei in vertrauter Umgebung ganz fest für deine Katze da und gestalte ihr die verbleibende Lebenszeit so barrierefrei, kuschelig und schön wie nur irgendwie möglich.
Ein Herzens-Tipp für Betroffene: An dieser Stelle sei Betroffenen noch „Tanyas umfassendes Handbuch über CNE bei Katzen“ ans Herz gelegt. Diese Website ist die wohl umfangreichste und detaillierteste Schatzkiste im Netz und hilft Betroffenen mit tiefgehendem Fachwissen durch jede Phase der Krankheit.
Auch für die letzten schweren Stunden gibt Tanya wertvolle Hinweise.
〉〉〉 Das große Fazit: Eine CNE ist kein schönes Urteil, aber bei einer frühzeitigen Erkennung, dem Verzicht auf minderwertiges Futter und dem cleveren Einsatz moderner Zusätze wie Porus One und passenden Phosphatbindern kann deine Mieze durchaus noch eine wunderschöne, glückliche und fitte Zeit an deiner Seite leben! ♡
Ein jährlicher Gesundheitscheck beim Tierarzt (inklusive Blutbild, Urintest und Blutdruckmessung!) sollte ab dem Seniorenalter für jeden Halter absolute Pflicht sein. Auch scheinbar kleine, unspezifische Auffälligkeiten im Alltag wie vermehrtes Erbrechen, schleichende Gewichtsabnahme oder plötzlich einsetzende Fressunlust gehören sofort abgeklärt. Nur wenn die Krankheit frühzeitig enttarnt wird, kann deiner Katze rechtzeitig und effektiv geholfen werden! Mit der richtigen, biologisch artgerechten Fütterung als Fundament ist es in den allermeisten Fällen möglich, das Leben deiner nierenkranken Katze bei einer hervorragenden Lebensqualität um viele glückliche Monate oder gar Jahre zu verlängern.
Übrigens: Wenn deine Katze an einer Nierenschwäche leidet, die Werte aber gut eingestellt sind und sie im Alltag stabil ist, kannst du mir deine Fellnase im Rahmen meines Katzensittings jederzeit voller Vertrauen überlassen!
Ich bin durch meine Arbeit absolut erprobt im Umgang mit nierenkranken Katzen. Bei kooperativen Katzen stelle ich die pünktliche und stressfreie Gabe von Medikamenten, Pulvern oder Zusätzen im Futter während deiner Urlaubs- oder Abwesenheitszeit fachgerecht und liebevoll sicher. ♥
Du hast noch Fragen? Gerne stehe ich Dir zu Verfügung.
Alles Liebe,
Sakura
HINWEIS: Dieser Blogbeitrag dient rein zur Information und ersetzt keinen Tierarzt! Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammen getragen. Ich übernehme keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit. Bitte besprich die Diagnose und Therapie mit Deinem Tierarzt. Nahrungsergänzungsmittel als auch Medikamente nur nach Absprache mit Deinem Tierarzt verabreichen!
Hier schreibt Sakura von der Miezen-Sprechstunde für Dich!
Seit über 15 Jahren arbeite ich mit Miezekatzen zusammen und berate meine Kunden im Bereich Katzengerechte Wohnungshaltung, Ernährung und Katzenverhalten. Ich liebe Samtpfoten und freue mich, wenn sie ein tolles Zuhause haben.
Schön, dass Du hier bist 🙂
[WERBUNG! Dieser Blog Beitrag spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder. Ich werbe aus Überzeugung für Produkte und Angebote anderer Unternehmen. Ich habe weder für die Produkt-/Unternehmensnennungen noch für Produkttests Geld oder eine anderweitige Bezahlung erhalten.]
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[…] Du sie dem Tierarzt vorstellen. Für einen gesteigerten Durst könnten Erkrankungen wie eine chronische Nierenerkrankung oder Diabetes mellitus die Ursache sein. Für ein erhöhtes Trinkverhalten muss zwar nicht eine […]