Katzen sind von Natur aus sehr reinliche Tiere. Bereits als Kitten werden sie instinktiv sehr schnell stubenrein. Unsauberkeit bei Katzen ist daher nicht normal. Wenn Deine Katze also plötzlich nicht mehr ihre Toiletten nutzt, ist das ein Alarmsignal! 🙀
Unsauberkeit bei Katzen ist ein Hilferuf!
Die Katze versucht Dir zu sagen, dass etwas nicht stimmt. Dies kann körperlich bedingt sein (z.B. Schmerzen oder Unwohlsein) aber auch psychisch (Stress, Angst, Unzufriedenheit, Überforderung…).
🛑 Das Allerwichtigste vorweg: Bitte niemals schimpfen oder bestrafen!
Auch wenn das für Dich bestimmt total ätzend ist und Dich das sehr wütend macht: Du solltest Deine Katze unter keinen Umständen ausschimpfen oder bestrafen. Sie braucht Hilfe!
Unsauberkeit kann sich in Form von Urin oder Kot abseits der Katzentoiletten zeigen. Urin tritt meiner Erfahrung nach häufiger auf.
Dabei nutzen manche Katzen ihr Klo gar nicht mehr, andere nur noch ab und zu. Stattdessen landen die Hinterlassenschaften an den unterschiedlichsten Orten:
- direkt vor der Katzentoilette
- im Flur
- auf dem Vorleger
- in der Badewanne
- auf Fliesen, Teppichen oder sogar mitten im Bett
Wichtig zu wissen: Unsauberkeit verläuft oft in Phasen. Es ist völlig normal, dass eine Katze nicht jeden Tag wildpinkelt oder daneben kotet. Wie oft es passiert, hängt meist davon ab, wie schlecht es ihr an diesem Tag geht. Auch wenn sie sich gezielt deine Kleidung oder das Bett aussucht, tut sie das niemals aus Protest oder um dich zu ärgern! Der Ort riecht vertraut nach dir, gibt ihr Sicherheit oder fühlt sich schlicht weicher an den Pfoten an.
⛔ Ein absolutes No-Go: Die Katze anschreien oder gar mit der Nase in die Pfütze oder das Häufchen drücken.
Katzen können eine solche Bestrafung nicht mit ihrem Verhalten verknüpfen. Sie verstehen nicht, dass ihr Geschäft „böse“ war. Ganz im Gegenteil: Bestrafungen schüren Angst, zerstören das Vertrauen zu dir und verschlimmern das Problem fast immer. Deine Katze braucht jetzt kein Schimpfen, sondern deine Hilfe.
Der allererste Schritt: Lass unbedingt als Erstes alle körperlichen Ursachen beim Tierarzt abklären!
Die gute Nachricht: Konnte der Tierarzt etwas Medizinisches ausschließen, lassen sich viele Gründe (Auslöser) meist gut beheben. Oft liegt es an Kleinigkeiten rund um die Katzentoiletten der Katze. Etwa einem zu kleinen Klo, einer ungeliebten Haube, dem falschen Streu oder mangelnder Hygiene.
Ursachen
Es gibt unzählige Gründe, warum Deine Katze unsauber geworden ist. Nachfolgend einige Beispiele:
- Schmerzen / Krankheit
– Nierenprobleme
– Blasenentzündung
– Tumore
– Harnsteine
– Magen-Darm-Probleme
– Schmerzen beim Urin/Kotabsatz
– Verstopfungen
– Parasiten
– verstopfte Analdrüsen
– Viren, Bakterien
– Arthrose uvm.
Kleiner Hinweis für Katzen die an einer Blasenentzündungen oder unter Harnsteinen leiden: Hier ist es bekannt, dass sie vorzugsweise weiche Untergründe (z.B. Kleidungsstücke oder Teppich) für ihre Geschäfte nutzen.
Warum? Katzen verbinden den Schmerz beim Urinieren mit dem Katzenklo. Daher meiden sie den Ort und suchen sich eine angenehmere Stelle. INFO: Blasenentzündungen bei Katzen entstehen häufig nicht in der Blase sondern durch Stress. Es sollte daher nicht ausschließlich die Blase als Organ behandelt werden, sondern vor allem das Gemüt - Angst / Unsicherheit
- Einsamkeit
- Unterforderung / Langeweile
- Verlust (z.B. Tod einer Partnerkatze oder Trennung zwischen Menschen)
- Umzug
- Fremde Katzen (im Garten oder im Haus)
- Mobbing durch andere Katze (Klomobbing ist oft ein Problem!)
- Veränderungen im Haushalt
- Alter (Seniorenkatzen)
- Ehemalige Freigängerkatze, die nicht mehr raus darf
- Katzentoiletten zu klein
- Katzenstreu riecht nach einem Frischeduft oder Babypuder
- Katzenstreu nicht sauber genug oder unpassend
- Standort der Toilette unpassend
- Katzentoiletten geballt an einem Ort
- Katzentoilette schlecht zu erreichen und ohne Fluchtmöglichkeit
Wichtig: Nur weil deine Katze etwas jahrelang klaglos mitmacht, heißt das nicht, dass sie damit glücklich ist.
Manchmal beginnt es ganz unscheinbar. Vielleicht mit einem Katzenklo, das eigentlich einen Tick zu klein ist. Miezi nimmt es hin und passt sich an. Doch dann verändert sich etwas in deinem Alltag: Du arbeitest plötzlich mehr, bist seltener zu Hause, oder etwas anderes und zu den kleinen Störfaktoren gesellt sich die Einsamkeit.
Das Fass läuft über. Jetzt kann deine Katze nicht mehr kompensieren und zeigt dir ganz deutlich: „Hilfe! Bitte ändere etwas, mir geht es nicht gut.“
Protestpinkeln
Du hast es vermutlich schon oft gelesen und denkst es vielleicht sogar selbst: Katzen pinkeln aus Protest
🟡 Dies ist falsch! Es gibt bei Katzen kein Protestpinkeln oder Protestkoten. Das ist eine rein vermenschlichte Denkweise, die dem Wesen der Katze überhaupt nicht entspricht.
Für Katzen sind Urin und Kot nichts Ekliges, Unangenehmes oder Schmutziges. Ausscheidungen sind für sie etwas Normales und dienen als wichtiges Kommunikationsmittel unter Artgenossen. Es ist etwas völlig Neutrales und garantiert nichts, womit man jemanden wütend machen möchte.
Wir Menschen sollten uns deshalb dringend von dem Gedanken lösen, dass unsere Katzen uns ärgern wollen oder aus Sturheit, Protest oder Trotz handeln („Das geschieht dir ganz recht, dass ich jetzt hierhin pinkle!“)
Katzen besitzen nicht die Fähigkeit, so komplex und vorausschauend zu denken. Sie können kognitiv nicht begreifen, dass ihr Verhalten uns emotional trifft oder dass wir Menschen Urin und Kot als negativ wahrnehmen. Sie wissen schlichtweg nicht, dass ihr Verhalten uns verärgert.
Sie nutzen Urin und Kot als Sprache, weil sie sich nicht anders auszudrücken wissen.
Wohl fühlen sie sich mit der Unsauberkeit übrigens selbst nicht. Schließlich sind Katzen extrem reinliche Tiere und nutzen eigentlich gerne ein Katzenklo.
Versuche es deshalb sogar von einer positiven Seite zu sehen: Deiner Katze geht es nicht gut und sie teilt es dir auf ihre Weise mit. Du möchtest doch, dass es ihr gut geht, oder? Ohne dieses deutliche Signal hättest du ihr Unwohlsein vielleicht gar nicht bemerkt!
💩 Ein wichtiger Hinweis zu Kot-Unfällen:
Wenn eine Katze nach dem Toilettengang Kot verliert, ist das häufig ein Versehen. Die Gründe dafür sind vielfältig:
- Sie ist schon sehr alt.
- Sie hat sich erschrocken.
- Sie hat Schmerzen oder Probleme beim Kotabsatz.
- Sie findet die Katzentoilette so unangenehm, dass sie fluchtartig herausspringt und dabei etwas verliert.
Auch hier gilt: Schau genau hin und hilf deiner Katze!
In jedem Fall gilt: Nimm Pinkeln & Koten abseits der Katzentoilette nicht einfach so hin („Ach,ab und zu pinkelt meine Katze eben daneben„)! Jedes Mal steckt eine Botschaft dahinter, die gehört werden möchte.
Urinieren vs. Markieren: Wo liegt der Unterschied?
Viele Halter werfen beides in einen Topf, doch biologisch und psychologisch sind es zwei völlig verschiedene Dinge.
Woran erkennst Du den Unterschied?
Am besten lässt sich das Verhalten beobachten, wenn Du Deine Katze direkt dabei erwischt:
➡️ Echtes Urinieren (Unsauberkeit):
Körperhaltung: Die Katze hockt sich hin.
Stelle: Es wird fast immer auf waagerechte Flächen gepinkelt (Teppich, Bett, Sofa, Vorleger).
Ursache: Entsteht aus einer akuten Not heraus, durch Krankheiten oder massive Unsicherheit.
➡️ Harnmarkieren:
Körperhaltung: Die Katze steht, der Schwanz ist steil nach oben gerichtet und zittert. Oft tippelt sie dabei leicht mit den Hinterbeinen.
Stelle: Der Urin wird meistens vertikal an Wände, Türrahmen, Möbel, Vorhänge oder draußen an Büsche gespritzt.
Ursache: Es ist in erster Linie ein Kommunikationsmittel zur Revierabgrenzung und Selbstberuhigung sowie zur Markierung von diversen Gegenständen.
Warum markieren Katzen überhaupt?
Durch den Harn gibt die Katze Duftstoffe (Pheromone) ab. Andere Katzen lesen diesen Geruch wie eine Nachricht. Gleichzeitig verschafft der eigene Geruch der Katze in unangenehmen Situationen Sicherheit.
Markieren ist also ein völlig normales Katzenverhalten. Draußen im Revier tut das jeder Freigänger. Innerhalb der Wohnung ist es jedoch ein Zeichen von hoher Anspannung, Stress oder Angst. Unsichere oder ängstliche Katzen neigen dazu, in ihrer Umwelt zu markieren.
Die häufigsten Auslöser für Markieren in der Wohnung:
- Revier abstecken oder Unsicherheit im Revier
- Stark schwankende Emotionen (Stress, Angst, Frust, Ärger, aber auch große Aufregung und Freude)
- Konflikte im Mehrkatzenhaushalt („der Haussegen hängt schief“)
- Bedrohung von außen (z.B. fremde Katzen, die im Garten oder am Fenster auftauchen)
- Konflikte mit Menschen (Wenn Miezi sich mit einer Person im Haushalt unwohl fühlt, markiert sie manchmal gezielt Orte, die extrem nach diesem Menschen riechen – z.B. das Kopfkissen)
Unsauberkeit als auch Harnmarkieren kann medizinische Gründe haben (Schmerzen, Blasenprobleme, Diabetiker, Nierenkrank…).
Wichtig zu wissen:
– Jede Katze kann markieren! Egal ob Kater oder Kätzin, egal ob kastriert oder unkastriert. Unkastrierte Kater tun es zwar am häufigsten, aber auch nach einer Kastration legen manche Katzen dieses Verhalten nicht ab.
– Auch Markieren kann medizinisch sein! Genau wie beim Urinieren müssen als Erstes Schmerzen, Blasenentzündungen, Nierenerkrankungen, Diabetes und anderes vom Tierarzt ausgeschlossen werden.
– Wenn eine Katze unter Dauerstress steht und das Markieren extrem überhandnimmt, können nach Rücksprache mit dem Tierarzt (am besten ein Verhaltensmediziner) manchmal vorübergehend Medikamente helfen, damit das Nervenkostüm wieder ins Gleichgewicht kommt.
❗ Ob Urinieren oder Markieren: Nimm beides niemals einfach hin! Deine Katze zeigt Dir damit deutlich, dass sie Hilfe braucht.
Kot abseits der Katzentoilette
💩 Unsauberkeit bedeutet keineswegs nur Urinieren. Wenn deine Katze ihr Geschäft in Form von Kot außerhalb der Toilette verrichtet, ist das genauso wenig normal und ein klares Signal, dass etwas nicht stimmt.
Auch hier gilt es, der Ursache auf den Grund zu gehen und sie gezielt zu beheben.
Ein kleiner Tipp zur Unterscheidung: Ist der Kot flüssig, breiig oder findest du nur noch kleine Reste abseits der Toilette, handelt es sich meist um ein Missgeschick. Deine Katze hat es schlicht nicht mehr rechtzeitig aufs Klo geschafft. Passiert das jedoch öfter, steckt mehr dahinter und die Auslöser müssen genau unter die Lupe genommen werden.
Fall-Beispiele aus meinen Beratungen:
😿 Kater pinkelte an verschiedene Stellen in den Wohnräumlichkeiten. Es kam raus, dass er eine sehr schlimme Harnwegserkrankung hatte (An dieser Stelle nochmal der Hinweis: Bei Unsauberkeit muss die Katze gründlich medizinisch durchgecheckt werden! Blutbild, Urintest und Ultraschall sind essentiell).
😿 Sensibler und unsicherer Kater pinkelte an verschiedenen Stellen im Haus. Es handelte sich um Stress- & Angstbedingtes Harnmarkieren.
😿 Katze pinkelte abseits der Toiletten, weil die Katzenklos mit Haube waren.
😿 Katze kotete auf die Fliesen im Bad, statt ins Klo dass ebenfalls im Bad stand. Ihn störte die parfümierte und grobe Katzenstreu. Zudem litt an einer Darm-Entzündung. Beides zusammen war zu viel.
😿 Kater pinkelte von einem Tag auf den anderen ins Bett. Er fürchtete sich von den Handwerkern, die kurz zuvor im Haus waren.
😿 Beide Katzen im Haushalt pinkelten an verschiedenen Stellen in der Wohnung, da sie zu wenig Beschäftigung hatten und die Menschen viel abwesend waren.
😿 Ein Kater pinkelte unregelmäßig aufs Sofa. Bei ihm waren es Schmerzen durch eine Arthrose (konnte nur durch Röntgenbilder gefunden werden) plus ein aufdringlicher, unausgeglichener Katzenkumpel, der ihn zusätzlich stresste.
😿 Kater machte (ausversehen) vor die Katzentoilette, da das Katzenklo zu klein war und sein Hintern rausragte.
😿 Eine Katze wurde von einer anderen Katze gemobbt und pinkelte daher ab und zu an verschiedenen Stellen im Haus.
😿 Kater kotete vor die Katzenklos, da die Einstreu viel zu grob war und an den Pfoten unangenehm war.
😿 Katze kotet abseits der Katzentoiletten, die alle geballt in einer Abstellkammer standen.
😿 Kater war in der Wohnung unterfordert und gelangweilt. Er fing an aufs Sofa zu pinklen. Eine katzengerechte Wohnungshaltung plus Beschäftigung plus Freigang halfen ihm.
😿 Meine eigene Katze Robin fing in jungen Jahren an, ihren Kot vor die Toilette abzusetzen. Ein bisschen unglaublich aber wahr: Sie mag keine Katzenstreu für ihr großes Geschäft, egal welche Art. Bis heute nicht! Lösung: Katzenklo mit Zeitungspapier (Manche mögen auch Handtücher)😻
Der häufigste Grund für Unsauberkeit bei Katzen: Katzenklos
Vielleicht ist der Grund bei Dir und Deinem Stubentiger sehr einfach: Die Katzentoilette ist nicht passend!
- Zu kleines Katzenklo?
- Mit Deckel?
- Hop In Katzenklo?
- Stinkende Streu?
- Parfümierte Streu?
- Zu grobe Einstreu?
- Zu schmutzig?
- Standort unpassend?
- Zu wenige Toiletten?
Katzen sind sehr reinliche Tiere und benötigen eine große, saubere Toilette. Und zwar nicht nur eine, sondern eine Katze braucht mindestens zwei Katzenklos.
Zwei Katzen benötigen mindestens 3 Katzentoiletten!
Katzengerechte Größe: 60 x 50 cm oder größer
Katzenklos sollten offen, nicht höhlenartig sein! Daher: Hauben und Deckel ab!
Haubentoiletten, Hop In Toiletten, automatische Klos: Sind für Katzen schlicht nicht geeignet! Sie wurden ausschließlich für Menschen entworfen!
⭐Meine KLO-Empfehlungen:
Trixie Katzentoilette Primo XXL mit Rand*
Savic Katzentoilette Aseo Jumbo mit hohem Rand*
Europet Katzentoilette Space L*
Oder einfach: Eine einfache Aufbewahrungsbox, die flach und groß ist. Z.B.von IKEA
Die Einstreu sollte nicht stauben und gut Gerüche binden. Die meisten Katzen mögen feine Einstreu. Katzenstreu 7-10 cm Einfüllhöhe, damit die Katze gut scharren kann.
Keine Einstreu mit Duft verwenden! Katzenstreu sollte immer neutral und ohne zugesetzen Frischeduft, Babypuder oder ähnliches sein.
⭐Meine STREU-Empfehlungen:
Tigerino Premium Katzenstreu sensitive*
ODOURLOCK Katzenstreu Parfümfrei*
CATSAN Ultra plus Klumpstreu*
Professional Classic Katzenstreu Active Carbon*
Die Katzenkos sollten 2x täglich ausgesiebt und mindestens 1x monatlich gründlich gereinigt (heiß ausgewaschen) werden.
Wichtig auch:
Mehrere Katzenklos sollten in der Wohnung verteilt werden und nicht geballt an einem Ort stehen. Schon gar nicht an Orten mit Einbahnstraßen. Gerade bei mehreren Katzen müssen Katzenklos entzerrt werden.
➡️ Wie Du es richtig machen kannst, findest Du hier. 💚
Katzen sind unglaublich gutmütig und tolerieren sehr lange (teilweise Jahre!) eine nicht optimale Katzentoilette bzw. Katzentoiletten-Management. Doch irgendwann kann es passieren, dass „das Fass überläuft“. Erste Anzeichen sind z.B. auch schon, dass der Kot nicht mehr verscharrt wird. Die richtige Katzentoilette ist daher sehr, sehr wichtig!
Ursachenforschung ist nicht einfach…
Der erste Schritt ist immer (!) der Weg zum Tierarzt.
Du solltest ausschließen, dass Deine Katze keine Schmerzen hat z.B. durch eine Blaseninfektion, Harnsteine, Magen/Darmprobleme oder vielleicht sogar etwas Schlimmeres wie eine Nierenerkrankung oer ein Tumor.
✨ Meine Empfehlung für die medzinische Untersuchen:
Es sollte eine Abtast-Untersuchung vorgenommen werden inkl. Analdrüsen
Umfangreiches Blutbild mit Organwerten
Kot und Urin Untersuchung
Um sicherzugehen, rate ich zudem sehr zu einem Röntgenbild des Bauchraum (Abdomen) und der Wirbelsäule + Ultraschall des Abdomen um sowohl Verstopfungen, Blasenprobleme als auch versteckte Arthrosen sichtbar zu machen.
Sind körperliche, medizinische Ursachen durch den Tierarzt ausgeschlossen, geht es nun an die Detektivarbeit 🕵️♀️ Katzen sind sehr sensible Wesen, die sehr schnell gestresst auf Veränderungen reagieren. Was für uns Menschen nicht der Rede wert oder sogar etwas tolles ist (z.B. Kauf eines neues Sofas), ist für Katzen manchmal ein echtes Problem.
Es gibt leider keine pauschale Antwort auf die Frage „Wie kann ich meine Katze davon abbringen, aufs Sofa, ins Bett oder sonst wo zu machen“.
Es gilt die Ursache zu finden. Und manchmal muss man etwas kreativ werden um eine Lösung zu finden.
Der leichteste Schritt ist nun, als erstes die Katzenklo-Situation genau zu analysieren und zu optimieren.
Wenn es nicht an den Katzentoiletten liegt, muss man genauer nach der Ursache forschen.
Das kann unter Umständen schon mal länger dauern und mühsam und nervig werden.
Es gibt viele psychische Auslöser für Katzen, die dazu führen, dass sie unsauber werden.
Z.B. wie bereits geschrieben, irgendetwas ist vielleicht passiert oder neue Gegenstände in der Wohnung oder auch ein neuer Mitbewohner (Mensch oder Tier).
Hast Du noch eine andere Katze im Haushalt? In Mehrkatzenhaushalten ist Pinkeln abseits der Toilette oft ein Markierverhalten, wenn die Katzen nicht miteinander harmonieren.
Hat sich irgendetwas bei dir, im Haushalt oder draußen verändert?
Gib es neue Nachbarn, fremde Tiere in der Nachbarschar oder Baustellenlärm?
Selbst zu wenig Beschäftigung oder zu wenig Aufmerksamkeit kann zum Problem werden. Denn auch das macht sie sehr unglücklich oder sogar einsam.
Katzen brauchen viel Zuwendung und Beschäftigung. Das wird oft unterschätzt.
Vor allem im hohen Alter haben sie öfter mal Wehwehchen, wie alte Menschen auch. Da bedarf es ganz besonders unserer Aufmerksamkeit.
Zudem brauchen Katzen Routinen! Routinen geben Katzen Sicherheit und eine gewisse Vorhersehbarkeit. Durch Routinen kann Stress, der sich häufig in Verhaltensauffälligkeiten wie Unsauberkeit zeigen kann, gelindert werden.
Was Du jetzt sofort tun kannst:
Das erste, was Du vermutlich machen wirst, ist die verunreinigte Stelle zu putzen.
Hier empfehle ich Dir einen speziellen Enzymreiniger / Urinentferner zu nutzen. Ich empfehle Dir Biodor*, Bactador* oder Happyzym* oder Wodka. Haushaltsübliche Reiniger wie z.B. Spüli, Essig oder Universalreiniger, helfen nämlich nicht!
Die richtige Reinigung ist extrem wichtig. Nicht nur für Deine Nase, sondern vor allem für Deine Katze. Bleibt ihr Eigengeruch an der Stelle, sucht sie diesen „sicheren“ Platz immer wieder auf, um ihren Duft zu erneuern. Und andersrum genauso: Riecht die Stelle nach beißendem Universalreiniger, versucht die Katze, diesen unangenehmen Geruch mit ihrem Urin zu überdecken. Ein Teufelskreis!
Was kannst Du anschließend Schritt für Schritt tun?
1. Ab zum Tierarzt (ganz wichtig!): Lass als Erstes körperliche Ursachen ausschließen. Sinnvoll sind hier ein Blutbild, Urin- bzw. Kottest sowie gegebenenfalls Röntgenbilder und ein Ultraschall.
2. Geduld und Verständnis mitbringen: Nur mit Ruhe, Geduld und viel Empathie kommt ihr gemeinsam ans Ziel. Sei nicht wütend auf Deinen felinen Mitbewohner. Fühlst Du Dich mit der Situation überfordert oder verzweifelt? Du bist nicht allein! Melde Dich gerne bei mir.
3. Katzentoiletten überprüfen:
- Gibt es mindestens zwei Toiletten?
- Sind sie stets sauber?
- Stehen sie an einem ruhigen, ungestörten Ort?
- Entsprechen sie den Mindestmaßen? (Hier geht’s zu meinem hilfreichen Guide: Link)
- Besonders wichtig bei Senioren: Hat die Toilette einen niedrigen Einstieg und ist leicht erreichbar? Ältere Katzen können oft nicht mehr so wie früher. Ein hohes Klo wird dann schnell zur Qual.
4. Veränderungen reflektieren:
- Gab es Veränderungen im Alltag? (Andere Arbeitszeiten, neue Fütterungszeiten, geänderte Abläufe?)
- Gab es Trubel in den Wohnräumen? (z.B. Handwerker, Besuch, neue Möbel?)
- Hat sich in der Nachbarschaft etwas verändert? (Neue Katzen draußen, Lärm?)
5. Selbstbewusstsein & Geruchstraining (vor allem bei ängstlichen Katzen): Sehr unsichere Katzen profitieren davon, wenn Du schrittweise kleine Veränderungen und neue Geruchseindrücke in die Wohnung bringst. Nur wer viele Gerüche kennt, bleibt bei Umweltveränderungen gelassen. Wie Du das Selbstbewusstsein Deiner Katze gezielt stärkst, können wir gerne gemeinsam erarbeiten.
6. Hol Dir professionelle Hilfe: Siehst Du erst einmal keine klaren Gründe, rate ich Dir, frühzeitig einen Experten an Deine Seite zu holen. Je schneller reagiert wird, desto unwahrscheinlicher wird es, dass sich die Unsauberkeit als feste Gewohnheit verfestigt.
🔍 Tipp bei unklaren Fällen: Wenn die Ursache einfach nicht gefunden wird oder das Pinkeln (oder Koten) schlimmer wird, kann nach Absprache mit dem Tierarzt ein Versuchszeitraum von ca. 4 Wochen mit einem Schmerzmittel sinnvoll sein. Lässt das Pinkeln in dieser Zeit nach, liefert das wertvolle Rückschlüsse auf versteckte Schmerzen.
7. Lebensraumanalyse nutzen: Du bist Dir unsicher, ob zu Hause alles optimal eingerichtet ist und Deine Katze wirklich alles hat, was sie braucht? Ich biete eine individuelle Lebensraumberatung an, die Euch weiterhilft: https://sakuras-tierbetreuung.de/lebensraumberatung/
Die Schnell-Checkliste für dein Zuhause
Mit dieser Übersicht kannst Du auf einen Blick überprüfen, ob Du bereits an die wichtigsten Punkte gegen das Pinkeln/Koten gedacht hast und ob die Grundanforderungen an eine katzengerechte Haltung erfüllt sind:
- Medizinische Ursachen ausgeschlossen (Tierarzt-Check erfolgt?)?
- Hast Du ein gutes Toilettenmanagement? Sind viele und große Toiletten (vor allem für große Katzenrassen Pflicht!) vorhanden?
- Ausreichend Beschäftigung (Deine Katze ist selten lange allein und wird geistig wie körperlich gefördert?)?
- Katzengerechte Wohnungshaltung?
- Alles wie immer? (Keine plötzlichen Veränderungen im Alltag oder Umfeld, die Stress auslösen könnten?)
- Gutes Katzenfutter ? (Wichtig für die Katzengesundheit. Mit der richtigen Ernährung kann man oftmals bereits gut therapieren und z.B. die Kristallbildungen verhindern. (z.B. kein Trockenfutter, viele Wasserstellen))
Mein Tipp: Wenn Du alle Punkte mit JA beantworten kannst und das Problem weiterhin besteht, rate ich Dir dazu, eine professionelle Katzenverhaltensberaterin hinzuzuziehen. Ein geschulter, objektiver Blick von außen bewirkt hier oft wahre Wunder! ☺️
💁 An dieser Stelle noch ein wichtiger, wenn auch etwas ernüchternder Hinweis:
In den meisten Fällen bekommt man das Pinkeln in den Griff. Häufig braucht es Hilfe von einem Experten. Wenn die Ursache aber unklar bleibt oder sich das Urinieren / Markieren abseits der Klos bereits manifestiert hat, ist es gut möglich, dass es nicht komplett aufhört. Es wird zwar besser, aber manchmal hört es nie wieder auf. Daher ist es so wichtig, dass man schnell reagiert.
Fazit:
➔ Urin und Kot sind keine Probleme sondern Symptome. Wenn die Katze plötzlich unsauber ist, ist das immer ein alarmierendes Zeichen. „Was braucht deine Katze?“ „Was hast Du übersehen?“
➔ Nicht schimpfen oder bestrafen!
➔ Katzen machen dies nicht aus „Protest“ oder aus „Trotz“, wie wir Menschen oft denken. Sie zeigen dadurch viel eher, dass es ihnen nicht gut geht. Das kann körperliche Gründe, aber auch seelische Gründe haben.
➔ Immer zum Tierarzt fahren, um medizinische Ursachen auszuschließen.
➔ Ursachenforschung, ggf. mit Hilfe von einer Katzenverhaltensberaterin.
Du hast noch Fragen oder wünscht dir eine Beratung für dich & deine Katze?
📷 Für mehr Katzentipps: Folge mir auf Instagram
Alles Liebe,
Sakura
Hier schreibt Sakura von der Miezen-Sprechstunde für Dich!
Seit über 15 Jahren arbeite ich mit Miezekatzen zusammen und berate meine Kunden im Bereich Katzengerechte Wohnungshaltung, Ernährung und Katzenverhalten. Ich liebe Samtpfoten und freue mich, wenn sie ein tolles Zuhause haben.
Schön, dass Du hier bist 🙂
Dieser Blogbeitrag dient rein zur Information und ersetzt keinen Tierarzt! Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammen getragen. Ich übernehme keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit.
[WERBUNG! Dieser Blog Beitrag spiegelt meine Meinung und Erfahrung wieder. Ich werbe aus Überzeugung für Produkte und Angebote anderer Unternehmen. Ich habe weder für die Produkt-/Unternehmensnennungen noch für Produkttests Geld oder eine anderweitige Bezahlung erhalten.]
*Alle mit Sternchen gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Wenn du auf so einen Affiliate-Link klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von deinem Einkauf eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis nicht. Affiliate-Links stellen eine Empfehlung dar, wo Du das entsprechende Produkt kaufen kannst. Ich nutze Affiliate-Links, um ein bisschen für meine Blog-Arbeit belohnt zu werden.


Die Kommentare sind geschlossen.